Interview mit Glitterer

Interview mit Glitterer

Hinter Glitterer verbirgt sich das neue Projekt von Ned Russin. Dieser ist vielen sicherlich als Bassist von Title Fight oder Sänger der Straight Edge-Band Disengage bekannt. Seit rund zwei Jahren aber nun ist Russin unter dem Namen Glitterer solo unterwegs. Passend zur Veröffentlichung seines Debütalbums „Looking Through The Shades“ haben wir uns mit ihm zusammengesetzt, über den Entstehungsprozess seines Albums und die Herausforderung geredet, die es für ihn darstellt, alleine auf der Bühne zu stehen. Foto: Angela Owens

Außerdem könnt ihr bei uns „Looking Through The Shades“ auf Vinyl gewinnen. Was ihr dafür tun müsst, erfahrt ihr am Ende des Interviews. 

Hey Ned! Wie war bis jetzt das Feedback zu „Looking Through The Shades“? 

Das Album ist erst seit ein paar Wochen draußen, aber aus meiner Perspektive waren die Reaktionen bisher sehr positiv. Ich bin sehr zufrieden damit, was ich bis jetzt gelesen und gehört habe. Ich suche nicht aktiv nach Reviews oder Kommentaren im Internet, aber Freunde und Menschen aus meinem Umfeld haben mir schon ihre Meinungen gesagt und auch auf den Konzerten kommen die Songs echt gut an. Besser könnte es nicht laufen!

Auf „Looking Through The Shades“ hast du dir Unterstützung von Alex Giannascoli (Sandy Alex G) und Arthur Rizk (Power Trip) geholt, während du deine letzten EPs alle in Eigenregie produziert und aufgenommen hast. Wie war das für dich, mit den beiden zusammenzuarbeiten? 

Bei meinen ersten beiden EPs lief das alles ganz einfach ab: Ich habe einen Song geschrieben und aufgenommen. Wenn ich genug Songs zusammen hatte, habe ich die als EP veröffentlicht. Da gab es eigentlich keinen Einfluss von Außen, ich hab einfach aufgenommen, was mir gerade in den Sinn kam. Meistens ist da alles innerhalb von einer Woche passiert. Bei „Looking Through The Shades“ hat sich das alles über ein paar Monate gezogen und ich habe einige der Songs sogar schon vor den Aufnahmen live gespielt um zu gucken, ob die überhaupt funktionieren. Im Januar hab ich mich dann mit Alex und Arthur getroffen, ihnen die Songs vorgespielt und wir haben zusammen noch ein paar Dinge verändert und ausprobiert, bevor wir dann alles aufgenommen haben. Das war ein sehr befriedigender Prozess und hat Spaß gemacht. Letztendlich ist das Album auch durch die beiden so geworden, wie es jetzt ist.

Gibt es ein bestimmtes Thema auf dem Album? 

Im Großen und Ganzen geht es einfach darum, sich treu zu bleiben. Aber jeder Song hat seine eigene Message. Ich möchte hier keine Interpretationsmöglichkeiten vorwegnehmen, jeder soll selbst entscheiden, mit was für einer Bedeutung er oder sie die Songs füllt. 

Was ist das für ein Gefühl für dich, allein auf der Bühne zu stehen? Zuvor warst du ja immer Teil einer Band. 

Allein auf der Bühne zu stehen ist definitiv komisch und am Anfang fühlte ich mich auch nicht sonderlich wohl dabei. Aber es ist etwas, was ich schon immer mal ausprobieren wollte und somit auch eine Herausforderung. Ich stehe jetzt seit gut zwei Jahren allein mit Glitterer auf der Bühne und fange langsam an, mich daran zu gewöhnen. Ich war sehr unsicher, weil ich der alleinige Fixpunkt bin, auf den sich die Menschen konzentrieren und der alle Blicke auf sich zieht. Aber gerade kann ich diese ganze Unsicherheit etwas von mir weg schieben. 

Wie bist du eigentlich auf die Idee gekommen, allein Musik zu machen?

Ich hab damit anfangen, weil ich zum damaligen Zeitpunkt keine andere Möglichkeit hatte überhaupt Musik zu machen. Da hab ich mir gedacht, mach ich’s einfach auf eigene Faust.

Gerade hast du eine US-Tour mit Ceremony angekündigt. Ceremony sind eine Band, die ihren Stil in den letzten Jahren sehr verändert hat. Wie siehst du das, wenn Bands oder Künstler*innen neue Wege gehen?

Als rezipierende Personen denke ich nicht, dass meine Meinung irgendeinen Einfluss darauf haben sollte, was eine Band für Musik macht. Ich möchte, dass Menschen Musik machen, auf die sie Bock haben und nicht das tun, was gerade im Trend ist oder was die Leute von ihnen erwarten. Ich denke wenn man kreativ ist und seinen Gedanken Ausdruck verleiht – und das sollte Musik ja tun – dann wächst man mit der Zeit und fängt an, sich selbst zu reflektieren. Dieses Wachstum spiegelt sich eben auch in der Musik wieder. Es macht also nur Sinn, wenn Bands auch mal andere Wege gehen. 

Ich hab mal gelesen, dass du eine große Sammlung an klassischen Hardcore-Shirts hast, vor allem von Bands wie Youth Of Today. Weißt du, wie viele es genau sind? Warum sammelst du die?

Ja, das stimmt. Ich hab eine recht große Sammlung, aber alles noch in einem zählbaren Rahmen. Ich mag einfach den historischen Aspekt, vor allem an alten Shirts, und denke dann immer an die legendären Shows von damals, auf denen die Shirts wohl verkauft wurden und an die Hände, durch die sie schon gegangen sind. Das ist echt spannend. 

Was sind im Moment so deine Lieblingsbands? Ich habe gesehen, dass du auf dem Promophoto zu „Looking Through The Shades“ einen Mil-Spec-Longsleeve trägst. Das ist ja noch eine recht junge Band und die waren gerade erst mit Have Heart in Europa unterwegs. 

Momentan fahre ich richtig auf DC-Bands wie Clear Channel oder Olivia Neutron-John ab. Die haben dieses Jahr auch jeweils ein neues Album rausgebracht. Mil-Spec, Diztort und Result Of Choice sind ziemlich gute, junge Hardcore-Bands die ich gerade auch echt gerne höre. Letztens habe ich Young Guv live gesehen, das war super. Er hat erst letzte Woche sein neues Album veröffentlicht. 

Hast du Pläne für eine Europatour? Ende August bist du ja zusammen mit Stages In Faith in Großbritannien unterwegs. 

Gerade ist noch nichts geplant. Aber früher oder später werde ich bestimmt auf Tour kommen! 

Ihr wollt 1x „Looking Through The Shades“ auf 12″ Vinyl gewinnen? Dann schreibt eine E-Mail mit dem Betreff Glitterer und einer Nachricht mit eurem vollständigen Namen sowie eurer Anschrift an gewinnspiel[at]stageload.org.

Teilnahmeschluss ist der 18.08.19 (08:00 Uhr), der*die Gewinner*in werden von uns per Mail benachrichtigt. Die Teilnahmebedingungen findet ihr hier. Viel Glück!

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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