Interview mit Walls Of Jericho

Interview mit Walls Of Jericho

Im Zuge der Persistence Tour 2012 standen Walls Of Jericho, vertreten durch Sängerin Candace und Schlagzeuger Dustin, unserem Interviewer Steffen Mauche am 23.01. in Berlin Rede und Antwort.

STAGELOAD: Lasst uns als erstes noch mal über euer letztes Album “The American Dream” sprechen. Was hat es mit dem Album auf sich? Worauf bezieht sich die Platte?
Dustin: Auf der Platte geht es darum, seine Träume zu verwirklichen. Wir sind ja alle in Amerika aufgewachsen. Dort wird dir eingetrichtert, wie du dein Leben zu führen hast und welchen Weg du gehen sollst, obwohl es ja angeblich ein freies Land sein soll. Ich habe halt keinen normalen Job. Dennoch wollen wir unser Land dafür nicht verurteilen. Uns geht es darum, sich eigene Ziele zu setzen und nicht so zu leben, wie andere denken oder es dir vorschreiben wollen.

Candace: Der Dritte Song auf dem Album ist ja gleichzeitig der Titeltrack, indem ich „FUCK THE AMERICAN DREAM“ singe. Der Song beschreibt glaube ich ganz gut die ganze Message, die wir mit dem Album rüberbringen wollen. Wir sind nie diesen amerikanischen Traum gegangen. Unsere Texte sind zwar sehr persönlich, beinhalten aber immer eine Message. Pass auf, was um dich herum geschieht und lerne aus deinen Fehlern. „The Slaughter Begins“ und auch „A Long Walk Home“ sind meine beiden Lieblinge. Der Song erinnert mich auch an meine verstorbene Mutter und bedeutet mir sehr viel.

STAGELOAD: Wie kann man sich den Schreibprozess bei euch vorstellen? Wie entstehen eure Texte? Schreibt ihr eure Texte zu Hause oder auch, wenn ihr auf Tour seid?
Dustin: Die Lyrics schreiben wir immer gemeinsam. Wir arbeiten alle zusammen an dem Material. Im Gegensatz zum letzten Album haben wir uns ein paar Wochen lang im Haus unseres Gitarristen Mike aufgehalten, um Songs zu schreiben. Dann haben wir alle Ideen in einen Topf geworfen und alles zusammengefügt. Wir hatten mehrere Laptops mit verschiedenen Programmen und Tools, mit denen wir das Material bearbeiten konnten.

Candace: Auf „The American Dream“ habe ich direkt über soziale Probleme geschrieben, die mich befassen. Ich denke, es ist wichtig, sich mit solchen Themen zu befassen. Auf den älteren Alben ging es ja mehr über persönliche Sachen.
STAGELOAD: Auf eurer EP „Redemption“ habt ihr ja mit Corey Taylor (Slipknot/Stone Sour)zusammen gearbeitet. Die CD beinhaltet ja in erster Linie melodische Vocals und Akustikinstrumente. Könnt ihr uns ein wenig darüber erzählen? Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Candace: Wir haben Corey auf der Family Values Tour in den Staaten kennen gelernt, als er mit Stone Sour unterwegs war. Er fand unser Material gut und hat uns gefragt, ob wir uns eine Zusammenarbeit vorstellen könnten. Zeitlich gesehen hat es dann auch irgendwann gepasst und wir haben die EP eingespielt.

STAGELOAD: Wie kam die EP bei den Fans an. Wie war das Feedback?
Candace: Wir haben größtenteils positives Feedback von unseren Fans bekommen. Es gab sehr wenig negatives Feedback. Für uns war es sehr experimentell und wir konnten unserer Kreativität freien Lauf lassen. Corey hat uns bei allen was wir taten unterstützt. Dennoch wird es erstmal eine einmalige Sache bleiben. Derartige Kooperationen sind momentan nicht geplant.

STAGELOAD: Momentan seid ihr auf Persistence Tour mit Suicidal Tendencies, Biohazard, Terror, Lionheart und Crushing Caspars. Wie verläuft die Tour so bisher?
Dustin: Wir waren ja in den letzten Jahren öfters auf der Persistence Tour vertreten. Das ist echt eine Wahnsinnstour. Wir sind ja mit Walls Of Jericho bereits seit über 10 Jahren auf Tour. Was anderes kenne ich auch gar nicht, das ist einfach mein Leben. Auf der Bühne zu stehen und mit Suicidal Tendencies, Biohazard oder auch Terror touren zu dürfen ist echt ein Traum. Wir hätten uns auch nie träumen lassen, dass wir es so weit schaffen. Wir freuen uns jedes Jahr wieder, wenn es heißt: Sachen packen, das Tourleben ruft. Mit den Jungs von Biohazard werde ich sogar ein Song gemeinsam, während ihres Sets performen. Ihr könnt gespannt sein.

STAGELOAD: Spielt ihr lieber auf großen Festivals oder eher kleinere Clubshows?
Candace: Keine Präferenzen. Schau du kannst vor 30.000 Leuten spielen und niemanden interessiert es. Da fehlt dann irgendwie die Energie. Alles was wir wollen ist Energie und Kraft, die Leute sollen einfach ihren Spaß haben. In kleinen Clubs hast du halt den Vorteil, dass du viel näher an deinen Fans bist. Du hast keine Absperrung oder Fotogräben wie auf Festivals. Aber es ist auch ein Nervenkitzel auf Festivals vor 30.000 Leuten zu spielen.

STAGELOAD: Was erwartet ihr vom Gig heute Abend hier im Astra Berlin?
Dustin: Energie. Circlepits. Viele Crowdsurfer. Das ist alles was ich dazu sage.
Candace: Ich versuche auch soweit es geht, mir alle Bands der Tour von der Bühne aus anzuschauen. Jede Band verdient ihre Aufmerksamkeit und die Perfomances sind immer sehr geil.

STAGELOAD: Erinnerst ihr euch an euer erstes Konzert?
Candace: Daran erinnere ich mich genau. Es war ein kleiner Clubgig in unserer Heimatstadt Detroit. Wir spielten ein paar Songs von unserem Demotape und ob ihr es glaubt oder nicht, es kam dermaßen gut bei den Fans an. Wir verkauften 250 Demos, T-Shirts, Hoodies und hatten einen Tagesumsatz am Merchandise von über 2.000 Dollar. Das war echt einmalig für Tag 1.

STAGELOAD: Gibt es denn noch Bands, mit denen ihr in Zukunft gerne auf Tour gehen würdet?
Candace: Ja wir spielten bereits einmal mit Iron Maiden auf einem riesigen Festival. Ich würde mich freuen mit denen noch einmal spielen zu dürfen. METALLICA! Es gibt einen ganzen Haufen Bands… Johnny Cash, nein Quatsch, weiter.

STAGELOAD: Ihr seid ja Jahren ständig, gefühlte 365 Tage auf Tour. Habt ihr mal darüber nachgedacht, eine Live DVD zu veröffentlichen?
Candace: Wir haben die letzten 2 Jahre sehr viele unserer Gigs gefilmt. Erst vor ein paar Tagen haben wir uns über dieses Thema unterhalten. Wir haben auch schon Labels gefragt, wie es denn bezüglich einer Live DVD aussieht und ob sich der Aufwand lohnen würde. Man sagte uns, dass es sich wahrscheinlich eher nicht lohnen würde wenn man alles aufwendig produziert. Also um ehrlich zu sein wird es wohl keine Live DVD geben. ABER wir werden vielleicht selber eine Art Live DVD oder Demo erstellen und diese dann bei unseren Shows verkaufen. Wann dies der Fall sein wird kann ich allerdings zum jetzigen Zeitpunkt auch noch nicht sagen.

STAGELOAD: Wie würdet ihr Walls Of Jericho in einem Wort beschreiben?
Dustin: Arbeit
Candace: Leidenschaft

STAGELOAD: Wo seht ihr Walls Of Jericho in 10 Jahren?
Candace: Gute Frage. Als alte Säcke auf der Bühne. Na lässt sich zum heutigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Wir hoffen nur, dass wir dann immer noch Musik machen und auf Tour gehen können.

STAGELOAD: Arbeitet ihr bereits an neuen Songs oder an einem neuen Album? Wir sehen die Zukunftspläne aus? Was können die Fans dieses Jahr erwarten?
Candace: Ja da muss ich euch leider enttäuschen. An einem neuen Album arbeiten wir im Moment noch nicht. Es entstehen neben der Tour natürlich ein paar Lyrics und Ideen bezüglich neuer Songs. Ich habe jetzt auch ein Baby. Das ist schon ein Fulltimejob. Die anderen Jungs spielen alle noch in anderen Bands, mit denen sie ihre Projekte haben. Alles im allen sind wir froh, wenn wir mal ein paar Tage Zeit finden, um auf Tour gehen zu können. Es wird allerdings definitiv neues Material geben. Ob das dieses Jahr noch der Fall sein wird, wage ich zu bezweifeln.

STAGELOAD: Famous last words?
Dustin: Checkt mal regelmäßig unsere Tourpläne. Wir hoffen, dass wir im Sommer noch für ein paar Festivals gebucht werden und alles zeitlich passt. Danke natürlich auch an unsere Fans, die seit Jahren immer wieder unsere Gigs besuchen. Ohne euch wären wir nichts. Danke dafür.

STAGELOAD: Danke für eure Zeit. Viel Glück für die Show heute Abend. Wir sehen uns im Pit!

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