A Day To Remember – Bad Vibrations

Musikrichtung Metalcore, Pop-Punk
Redaktion
Lesermeinung
3

„Common Courtesy“ hat nun schon ein paar Jahre auf dem Buckel und durch die brodelnde Gerüchteküche kam die Ankündigung eines neuen Albums nicht ganz unerwartet – für massig Freude sorgte sie dennoch. Interessant ist dabei vor allem die Location, in der „Bad Vibrations“ entstanden ist, nämlich in einem Studio auf einem Berggipfel. An Ruhe und Privatsphäre sollte es also nicht gemangelt haben.

Spüren solle man diese Ruhe allerdings nicht. Jeremy McKinnon ließ bereits verlauten, dass der Härtegrad im Vergleich zu „Common Courtesy“, „What Separates Me From You“ und „Homesick“ deutlich angezogen wurde. Zum Statement passend, steht mit dem Titeltrack ein absolutes Metalcore-Brett in der Pole-Position. Kein Intro, keine langsam aufbauende Stimmung – vielmehr kommt McKinnon mit viel Gebrüll um die Ecke gesprungen. „Don’t forget that this is a choice. Pick your poison. Live with remorse.“ („Bad Vibrations“). Gerade im Vergleich zum Vorgänger, wirken solche Parts roher und kantiger.

Ähnlichen Stoff bietet vor allem die erste Albumhälfte mit „Exposed“ und dem hymnenhaften „Reassemble“, wobei sich im Ganzen eigentlich nicht viel geändert hat – denn Pop-Punk Einserschüler sind A Day To Remember immer noch. Da wäre das wunderbar melancholische und fetzige „Naivety“. „What I hate about getting older. Where’s my naivety? Wonder when I’m gonna get taller. Where’s my naivety?“ („Naivety“). Oder aber auch „We Got This“, das den Hörer mit seiner traurigen, aber aufmunternden Art förmlich in den Arm nehmen möchte. Neben solch klassischer A Day To Remember Kost, darf aber auch „Paranoia“ restlos überzeugen, das eine explosive Packung Hardcore gefrühstückt hat, aber trotzdem die typische Leichtigkeit mit sich bringt.

A Day To Remember besinnen sich auf ihre Stärken und kommen insgesamt ein wenig düsterer daher. Obwohl sich die meisten Songs auch problemlos auf einer Vorgängerplatte verstecken könnten,  haben A Day To Remember an verschiedenen Stellschrauben gedreht und sich nicht zu sehr an die Vorgänger angeschmiegt. Am Ende reiht sich „Bad Vibrations“ zwar nicht als das spannendste oder gar beste Album in die Diskographie ein – falsch gemacht haben A Day To Remember aber rein gar nichts!