Alex Mofa Gang – Die Reise zum Mittelmaß der Erde

Musikrichtung Pop, Rock
Redaktion
Lesermeinung
5

„Ok, Fakten! Wir sind die Alex Mofa Gang aus Berlin. Unsere Musik ist der Soundtrack zum Leben von Alex Mofa, dem Protagonisten eines Romans, den Sascha schreibt.“

Zwischen einer bloßen Ansammlung von Songs und einem tatsächlichen Album oder gar einem Konzeptalbum können Welten liegen. Doch die gesamte Existenz und den Werdegang von nur einer Sache abhängig zu machen, erfordert noch mehr Geschick, noch mehr Gespür dafür, wohin der Weg führen soll. Die Alex Mofa Gang ist eine solche Konzeptband. Sie behandelt das Leben und die Abenteuer des Alex Mofa, einem fiktiven Charakter und die Hauptfigur des gleichnamigen Roman, geschrieben von Sänger Sascha Härold. Ebenjeder Alex Mofa erlebt jedoch nichts, was nur in einem Fantasy- oder Science Fiction-Roman passieren könnte. Er lernt keine glitzernden Vampire kennen und reist auch nicht mit einem Raumschiff in Galaxien, in denen noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist. Im Leben des Alex Mofa geht es um Feundschaft und Liebe. Solidarität, Zusammenheit und Musik. Eigentlich unterscheidet sich sein Leben also nicht großartig von dem Anderer.

„Alex führt ein wildes Leben: ungewöhnlich und irgendwie ungebunden. Trotzdem merkt er, dass er sich am Ende, so sehr sich sein Leben auch vom durchschnittlichen Leben der Gleichaltrigen unterscheidet, die gleichen, normalsten Dinge der Welt wünscht. Unter’m Strich: Liebe.“

Wie jeder andere Erdenbewohner durchlebt der junge Mann gute und schlechte Zeiten. Vom Finden der ersten Liebe bis zur Verzweiflung, wenn man im Begriff ist, diese wieder zu verlieren – Geschichten, die das Leben eben so schreibt. Die jüngste EP war die Einleitung, nun geht es an den Hauptteil der Story.

Thematisch ändert sich allerdings nichts, genauso wenig wie die Musik. Ein Grund dafür könnte sein, dass man eigentlich gar kein neues Album geboten bekommt (also zehn bis zwölf Songs), sondern lediglich eine zweite EP, denn immerhin haben vier der fünf „Vorwort“-EP-Songs auch auf „Die Reise zum Mittelmaß der Erde“ ihren Platz gefunden. Dadurch schrumpft die Bandbreite der neuen Song von elf auf gerade mal sieben und bereits beim allerersten Durchspielen kommt man nicht umhin, Songs zu skippen. Man will schließlich etwas Neues hören und nichts, was man bereits zuhauf gehört hat – in diesem Fall „Paris! Berlin! Schwerin!“, „Immer noch so jung“, „Lieber ganz alleine (als immer einsam sein)“ und „Alles wie es war“.

Der Klang des Lebens von Herrn Mofa scheint auf dem ersten Blick vielfältig zu sein. Die Musik spiegelt die Texte wieder und wirkt dabei so wie ein Stimmungsring, der seine Farbe wechselt. Sie springt von rockig über poppig bis zu rotzigem Punk – allerdings war das auch schon alles. Die Primärfarben reichen zur Darstellung wahrlich aus, eine bunte Vielfalt ist das nicht. Live weiß das Quintett damit zwar zu überzeugen – sie waren immerhin nicht ohne Grund mit ihren deutschsprachigen Texten in Südamerika zu Gast – doch auf Platte reicht einem der erste Durchlauf dann doch aus. Lediglich den Lieblingssongs wird eventuell eine Wiederholung gegönnt.

Vielleicht wird das Buch, „Die Reise zum Mittelmaß der Erde“, irgendwann zum Bestseller – den Jungs aus Berlin sei es gegönnt –, doch ob sein Soundtrack dann vergleichbaren Erfolg verbuchen wird, ist mehr als fraglich.

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