All Aboard! – Twelve Litte Compliments

Musikrichtung Punk
Redaktion
Lesermeinung
6

„Twelve Little Compliments“ heißt das Debüt-Album der Mönchengladbacher Band All Aboard!. Neben einem Demo, einer EP und einer Split 7″ hat die Band nun ein komplettes Album mit – wie der Titel schon vermuten lässt – 12 saftigen Punkrocknummern aufgenommen. 

Im Stile von amerikanischen Punkrock-Bands wie Hot Water Music oder The Gaslight Anthem (die bezeichnen All Aboard! als eigene Einflüsse) wird hier in die Saiten gelangt. Allerdings sollte man auch die gehörige Portion Folkrock nicht unerwähnt lassen die an einigen Stellen mitklingt. Der Opener „Homesick For The Road“ geht schonmal gut ins Ohr. Der Song hat die gewisse Power, Melodie und der raue Gesang gibt dem ganzen das gewisse etwas. Erstes Highlight dann für mich Titel Nr. 3 „Fate“. Melancholie trifft auf Wut – klingt super. Der Song bewegt sich eher im mittleren Tempobereich. Danach geht es erstmal knackig und schneller weiter. Auch hier zeigt die Band, dass sie ein Händchen für Songstrukturen und Melodien hat. Was schon nach den ersten fünf Liedern auffällt: Das Album ist ziemlich abwechslungsreich und vielschichtig. Dieser Eindruck wird sich im weiteren Hörverlauf noch bekräftigen. Bei „To My Family“ werden dann kurzerhand Mundharmonika und Akustikgitarre ausgepackt. Das klingt aber trotzdem nicht wie eine Ballade, da Schlagzeug und Bass dabeibleiben, sondern einfach mal anders.

Soundmäßiges Hakenschlagen scheint ein Spezialgebiet der Mönchengladbacher zu sein: „Sleepless Romantic“ brettert ordentlich los, Chöre und ein Basslauf der auch von H20 sein könnte, sowie fast schon Pop-Punk Gitarrenmelodien machen den Track zum zweiten Highlight der Platte. Danach folgt ein ruhiges Duett mit der Sängerin der Hamburger Band Shellycoat, nur begleitet von Akustikgitarre und Flöte. Der Kontrast von weiblichem und männlichem Gesang steht dem Song „Flutes In The Night“ ausgezeichnet. „Boston Beer Party“ dürfte manchen vielleicht nicht ganz unbekannt sein, schließlich begleitet dieses Lied All Aboard! seit dem ersten Demo. Zu Recht – eine schnelle Nummer mit Ohrwurmcharakter, genau richtig um lautstark live mitgesungen zu werden. Bei allen Songs sorgt vorallem der Gesang für einen rauen Charme.

Auch der letzte Song stellt nochmal einen kompletten Kontrast zu allen anderen Songs dar. Es klingt fast als würde hier eine andere Band spielen, so verzweifelt, müde und resigniert klingt man hier. Wenn „Save Our Souls!“ geschrien und dann noch im Chor „Survivors In The Storm“ hinterher gesungen wird – ja Seefahrerromantik wird großgeschrieben – dann klingt das auch musikalisch im Gegensatz zum Rest der Platte außergewöhnlich.

All Aboard! haben bei ihrem Release gute Arbeit geleistet. Das Album ist äußerst abwechslungsreich und kurzweilig (was hier nicht negativ gemeint ist), hat keine Längen oder überflüssige Songs an Bord. Die Produktion sei auch nochmal lobend erwähnt, die Aufnahmequalität wirkt professionell – grade für ein Debütalbum. Da es sich aber um das erste Album handelt darf man gespannt sein, was da noch so kommt. Ich sage: Da geht noch mehr! Wer auf Ami-Punkrock steht sollte hier unbedingt rein hören. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nah ist!

Autor Jannik Holdt
Wohnort Mönchengladbach
Beruf Student
Dabei seit 2008
Deine Aufgabe bei Stageload Fotos, Präsentationen, Gewinnspiele
Top-Alben Have Heart - The Things We Carry / The Chariot - Long Live / Rise Against - Siren Song Of The Counter Culture / Another Breath - Mill City
Die besten Konzerterlebnisse "Ten It Around"-Tour von Comeback Kid in Köln

Kommentare

  1 kommentar

  1. Werner

    Gaslight Anthem bezeichnen All Abroad als deren Einflüsse? Verrückt.

Hinterlasse einen Kommentar