All for Nothing – Minds Awake / Hearts Alive

Musikrichtung Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
5

Mit ihrem neusten Streich „Minds Awake / Hearts Alive“ streben die Holländer um All for Nothing eine Bereicherung des Female-Fronted-Hardcore an. Fern von Trends und modischen Erscheinungen macht die Band das, was sie am besten kann: Hardcore mit Herz und Hand – und bleibt damit ihren Maximen auch auf dem neuen Tonträger treu. Bei ihrer Fangemeinde wird das sicher ankommen, aber auch bei anderen Hörern?

„Minds Awake / Hearts Alive“ geht sofort in die Vollen. Es gibt nicht viel zu überlegen. Es gilt keine Zeit zu verschwenden. Es geht nach Vorne – unaufhaltsam. Die Band zelebriert auch auf ihrer neuen Platte Altgewohntes. Die Gitarren brettern, die Rhythmus-Sektion gibt den Takt vor und Frontfrau Cindy lässt sich wie gewohnt von der entfesselten, brachialen Gewalt ihrer Mitstreiter nicht beeindrucken, sondern befeuert diese noch durch ihre kräftigen Shouts und ihren enthusiastischen Einsatz am Mikro. Ohne dabei ihre Weiblichkeit zu verraten, wie es einige Genre-Kolleginnen zum Teil anstellen. Soweit alles eine beeindruckende Vorstellung. Gräbt man aber ein wenig tiefer und hört aufmerksam zu, klingt „Minds Awake / Hearts Alive“ aber schnell sehr einfallslos. Es gibt eigentlich nur eine Parole die das gesamte Album prägt. Eine Parole die das gesamte Album bestimmt. Durchhalten, niemals aufgeben, immer weiter gehen. Auf den ersten Blick ist das nichts, was zu bemängeln wäre, allerdings fragt man sich nach mehrmaligen Durchläufen ernsthaft, ob wirklich so viele Menschen die diese Platte hören so verzweifelt nach Lebensweisheiten suchen, die sie nicht selbst gefunden hätten. Handwerklich hat das alles Hand und Fuß, jedoch wirkt „Minds Awake / Hearts Alive“ schnell sehr beliebig und austauschbar. Da wirken Songs wie das freche „Never follow“ richtig erfrischend, sind auf der Platte aber leider die Ausnahme.

All for Nothing ändern nichts an ihrem Konzept und bleiben ihrer Linie auf „Minds Awake / Hearts Alive“ treu. Was für Fans der Band mit Sicherheit ein Pluspunkt ist, wirkt auf unvoreingenommene Hörer eventuell etwas eingefahren. Ein wenig mehr Abwechslung hätte dem Album sicher gut getan.

Autor Andreas Steiner
Wohnort Stuttgart
Beruf Redakteur
Dabei seit März 2011
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