Anchor – Distance & Devotion

Band Anchor
Label Gaphals
Musikrichtung Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
6

Stets gute Laune und immer für einen Plausch zu haben – so kennt man Anchor aus Schweden. Seit 2007 treiben sie ihr Unwesen und touren seitdem auf allen möglichen Kontinenten der Welt. Jetzt starten sie mit ihrem neuen Full-Length-Album „Distance & Devotion“ neu durch. Apropos Schweden: das Land mit verträumten Landschaften, jeder Menge Wasser und unberührten Wäldern soweit das Auge reicht. Wo die Freiheit fast grenzenlos scheint und der Einklang der Natur einem das Ein- und Ausatmen als tägliches Geschenk bereitet. Der richtige Platz um sich zu erholen und die Seele mal so richtig baumeln zu lassen. Doch mit Sicherheit auch ein Ort, an dem man bedenkenlos seiner künstlerischen Ader freien Lauf lassen kann. Genau das haben Anchor getan und bringen mit “Distance & Devotion“ eine Platte heraus, die mit einem idyllischen Schleier ummantelt ist.

I will not walk the trail of decay. I reject. I defy. I’ll keep my head up high. I’ll live before I die. Two words, live free.“

Wenn der Wille da ist sich auf bestimmte Situationen einzulassen und einen die Idylle packt, können ganz außergewöhnliche Dinge entstehen. Hierbei kann man auch mal getrost alte Kamellen hinter sich lassen und neu durchatmen. Und was kann es schon schöneres geben als sich frei zu fühlen. “Distance & Devotion“ verbirgt einen tiefen, inneren Ausgleich dem endlich Freiheit gewidmet wurde und der sich nun wie ein Vogel der jahrelang im Käfig gefangen gehalten wurde entfalten kann. Den melodiösen Sinn konnte man Anchor schon immer zuschreiben, auch wenn der ein oder andere Song auf alten Veröffentlichungen etwas ruppiger war. Doch diesem Sinn wurde wieder nachgegangen und es resultiert ein Album, das vom Anfang bis zum Ende mit einem wohlklingend melodischen Vorhang geschmückt ist. Anchor erweitern ihren Horizont und erschaffen damit einen im ersten Moment ungewohnten Sound, der einen jedoch schnell durch seine Ästhetik einnimmt. Schnelle, rustikale Parts sind auf “Distance & Devotion“ dagegen verschwunden. Es ist der Einklang und die damit verbundene Ausgewogenheit, die ein imposantes Ganzes mit einem erstaunlichen Wiedererkennungswert ins Leben ruft.

I’m my own friend. True to myself. Still with wounds left to mend. No matter what comes my way. Defiant I’ll stay until my final day.“

Hardcore muss nicht immer nur Gebolze und Geschredder sein. Das unterstreichen Anchor mit “Distance & Devotion“ auf eindrucksvolle Art. Manchmal reichen die kleinen aber feinen Raffinessen um ein Album zu etwas Besonderem zu machen. Manchmal reichen auch geringfügige Einschläge und die damit verbundene Veränderung um ein Album mit einem neuen Sound zu verzieren. Anchor wissen wie.