Angel Du$t – Pretty Buff

Album Pretty Buff
Band Angel Du$t
Musikrichtung Pop Punk
Redaktion
Lesermeinung
7.5

Wenn Mitglieder von Turnstile und Trapped Under Ice mal ein bisschen Veränderung brauchen, schwingen sie sich gerne in lustige Verkleidungen, drehen die Zerre am Verstärker runter und musizieren, wie Jack Johnson auf sehr viel Stoff. Und weil die Geschichte mit dem Stoff so nett ist, nennen sie sich dabei gleich noch Angel Du$t – und ihr neues Album „Pretty Buff“.

Überschwänglich, total motiviert und voller Tatendrang springt einen diese Mischung aus Pop-Punk und sehr melodiösem Hardcore förmlich an – mit einem festen Ziel: dem Gehörgang. Wie kleine Wolken aus Zuckerwatte schweben die heiteren Melodien ins Ohr, um sich dort für Tage festzukleben. Als hätten sich Culture Abuse mit Drug Church an einem sonnigen Nachmittag mit Klampfe und Bier zusammengesetzt und sich vorgenommen mal sowas zu machen, wie das Blink-182 früher so gemacht haben.

Passende Songtitel versammeln sich mit „Bang My Drum“ oder „Big Ass Love“ auf jeden Fall auch auf „Pretty Buff“. Und gerade letzterer Song strotzt nur so vor positiver Energie, dass man sich fragt, wie diese Leute eigentlich in ihren Hauptbands zurechtkommen. Aber wahrscheinlich ist der Spagat der beiden Stilrichtungen auch schon die Antwort auf diese Frage.

Herausgekommen ist dabei eine bunte und vor Spielfreude sprühende Mischung, die geradezu animiert, den Pit bewaffnet mit einem Pogo-Stick zu stürmen. Und wenn schon Party dann richtig, denn ein Saxofon und ein paar Bongos dürfen auf diesem Festival der guten Laune schließlich auch nicht fehlen. Das geht alles sehr gut nach vorne, ist aber eben auch ein bisschen wie das Problem an der Zuckerwatte. Erst kann man gar nicht genug davon bekommen, aber wenn man erst mal zu viel davon im Mund hat, klebt alles zu einem großen, unangenehmen Klumpen zusammen, den man kaum noch genießen kann.

So schnell die Songs auf „Pretty Buff“ auch ins Ohr gehen, so schnell geht einem der ein oder andere davon auch auf die Nerven. Für die kommenden Frühlingstage könnte es derzeit allerdings kaum einen besseren Soundtrack geben. Und hat man mal eine Weile keine Zuckerwatte mehr gehabt, giert man schließlich auch wieder nach mehr.

Autor Andreas Steiner
Wohnort Stuttgart
Beruf Redakteur
Dabei seit März 2011
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews
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