Ashes Of Pompeii – Places

Album Places
Musikrichtung Post-Hardcore, Rock
Redaktion
Lesermeinung
6

Marburg. Studentenstadt, uriges aber wunderschönes Zentrum im Hang, deshalb sogar eine Art Fahrstuhl mitten in der Stadt – und die Heimat von Ashes Of Pompeii. Die 2004 gegründete Band kann auf eine Vielzahl an Konzerten zurückblicken, die sie durch ganz Deutschland, Teile von Österreich und sogar auf die Insel gebracht haben.
Ashes Of Pompeii machen grob umrissen Post-Kram, irgendwo zwischen Rock und Emocore wie ihn in Deutschland zum Beispiel Days In Grief praktiziert haben. Leicht unkonventionelle Songstukturen, mit einer angenehmen inneren Ruhe (ungleich: Langeweile), klingt das Ganze sehr durchdacht und ausgereift. Das raue, aber sehr eingängige Gitarrenspiel hangelt sich durch die Songs und beispielsweise beim Schlussstück „Permafrost“ schreckt man auch nicht vor kleinen elektronischen Spielereien zurück, die den Sound noch treibender werden lassen. Trotz der beinahe radioreifen Produktion scheint unterschwellig immer wieder latente Aggression durch, der aber nur in den seltensten Fällen freien Lauf gelassen wird. Man beschränkt sich lieber auf ein homogenes Gesamtbild, die Songs reihen sich nahtlos aneinander und bilden ein durchaus intensives Werk, das den ein oder anderen geneigten Zuhörer zu fesseln vermögen wird. Fast träumerisch kann man hier eine knappe halbe Stunde lang melodischer, rockiger Musik lauschen, ohne dass diese zu sehr in Mainstream-Strukturen abrutschen würde oder eben wirklich langweilig wird, aber eben auch ohne die ganz großen Momente.
Große Überraschungen bleiben bei „Places“ aus, man findet sich in einem mittelmäßig interessanten Album wieder, aber auf durchweg anständigem Niveau und ohne Ausreißer nach unten.

Autor Sascha Schüler
Wohnort Magdeburg
Beruf Student
Dabei seit Juni 2010
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews
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