August Burns Red – Guardians

Album Guardians
Musikrichtung Metalcore
Redaktion
Lesermeinung
5.5

August Burns Red gehören zu den ältesten noch aktiven Metalcore-Bands überhaupt. Geschlagene 17 Jahre ist es her, dass sich die Band zu High School-Zeiten in Pennsylvania zusammenfand und den Grundstein für eine nun mehr acht Alben andauernde und von zwei Grammy-Nominierungen begleitete Erfolgsgeschichte legte. Im April 2020 reiht sich „Guardians“ als neunter Streich in diese so konstanten Diskographie ein und trifft dabei mit einer dezidiert positiven Message auf eine Welt, die für uns alle aktuell ziemlich aus den Fugen geraten ist.

Mit „Phantom Anthem“ veröffentlichten August Burns Red 2017 ein brachiales Werk, voller technischer Raffinesse und Liebe zum Detail. Gleichzeitig war es ein komplexes Album mit rasanten Tempo- und Stimmungswechseln, das sich von den simplen Songstrukturen vieler Kollegen radikal abgrenzte. Vor diesem Hintergrund ließen Ankündigungen aufhorchen, man wolle die eigene Musik zugänglicher gestalten. Schließlich ist das eine Ankündigung, die schon häufig zu bösem Blut und großen Enttäuschungen geführt hat.

Im Fall von Album Nummer neun verhält sich die Sache freilich ein wenig anders. Denn Komplexitätsreduktion bedeutet hier keineswegs die Preisgabe des musikalischen Anspruchs. August Burns Red entrümpeln ihr Songwriting und fassen das Wesentliche ins Auge. Die Songs folgen klareren Strukturen und größeren melodischen Bögen. Technisch bleibt „Guardians“ aber ohne Frage beeindruckend.

Schließlich sind die fünf Herren einmal mehr gewillt, zu zeigen, was der Metalcore alles so hergibt. Epische Lead-Melodien (z.B. „Ties That Bind“ und „Paramount“) und wüste Schlagzeug-Orgien (etwa „Extinct by Instinct“) geben sich die Klinke in die Hand. Zweistimmige Gitarren sorgen für geniale Momente, etwa wenn „Dismembered Memory“ messerscharfe Up-Tempo Riffs und wohlklingendes Tremolo Picking übereinander schiebt.

Größere Zugänglichkeit hin oder her – August Burns Red zeigen sich in manchen Songs eben noch immer facettenreicher als andere Bands auf ganzen Alben. Aus diesem Grund kann man den Herren auch kaum einen Vorwurf aus der etwas geradlinigeren Herangehensweise machen, wenngleich der ein oder andere Fan vielleicht mit „Phantom Anthem“ noch ein Stück glücklicher war.  „Guardians“ bleibt ein Album, das kaum einen Metalcore-Traum unerfüllt lässt.

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews
Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

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