Between Bodies – On Fences

Album On Fences
Label KROD Records
Musikrichtung (Emo)Punk
Redaktion
Lesermeinung
7

Wir sind die Generation der verlorenen Bilder. Wieviel tausend werden täglich mit dem Handy fotografiert, um schlussendlich auch in jenem zu versauern? Möglicherweise gilt das Gleiche auch für Musik. Wie viele ungehörte Lieder gibt es eigentlich? Was tun, wenn man Musik macht und später feststellt, dass die Songs weder ins Konzept von beispielsweise Giver, A Time to Stand oder Worst Gift passen? 

Immerhin hier gibt es einen einfachen und praktikablen Ausweg: Man gründet man sich als Between Bodies einfach neu, nimmt die Sachen in den Level 3 Entertainment Studios in Essen auf und fertig ist der Lack. Mit Dominic “Paras” Paraskevopoulos an den Reglern kann ohnehin eigentlich nichts schief gehen.

Gleich die ersten paar Akkorde des Openers “Fire Alarm” zwingen die Mundwinkel nach oben. Eingängiger Emo-Punk irgendwo zwischen Alkaline Trio, Spanish Love Songs und The Gaslight Anthem, scheinbar gepaart mit abwechselnder Besetzung der Lead-Vocals und dennoch mehrstimmigen Gesang, ohne überladen zu klingen. Instrumentell gilt das gleiche: nicht zu brachial. aber auch nicht weich gespült. Eine gesunde Mitte könnte man sagen. Inhaltlich trifft man jedenfalls den Nerv dieser schnelllebigen Zeit. Wie lange hat etwas tatsächlich Bestand, wenn vielleicht etwas noch besseres gleich an der nächsten Ecke auf einen wartet?

Everybody ́s got their own plans to align. I ́m just not sure you really are a part of mine

Ob man am Ende an einer Sache dran bleibt oder einen Strich drunter macht, ist jedenfalls jedem selbst überlassen wie es in “Jesus Cries” so schön beschrieben wird: “There is no one above there to save you. There is no higher power to guide your stride. We are alone in the dark, merely passing through.”  

Was das Tempo der insgesamt sechs Stücke angeht, hält man konsequent am Opener fest. Also insgesamt  rund 20 Minuten pure Spielfreude, die der Vierer aus Köln, Paderborn und Toronto da zelebriert. Für ein Debüt ist es ein mehr als gelungener Einstieg, der neugierig auf Live-Darbietung und weiteres Material macht. 

 

Autor Philip Kleinau
Wohnort München
Beruf Techniker
Dabei seit Juni 2019
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Berichte
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