Billy Talent III

Billy Talent III

Billy Talent III

Was fällt uns zu Kanada ein? Nur Mounties und Grizzlybären?! Nein, nicht nur das: Es ist auch ein Land, dass viele Künstler hervorgebracht hat, unter anderem City and Colour oder berühmtestes Beispiel Celine Dion. Ich will mich aber nicht weiter mit der Schmusesängerin auseinandersetzen, sondern eher auf die Naturburschen von Billy Talent aufmerksam machen, die nach drei Jahren Abstinenz mal wieder einen Longplayer auf den Markt schmeißen, der mit altbewährten Erfolgsstrukturen den Hörer verzaubern soll.

Arbeiten wir uns mal von Außen nach Innen durch: Von der Verpackung her, scheint III die musikalische Schiene weiterzufahren, denn die Nummerierung der Alben scheint ein Konzept zu sein, was mich vermuten lässt, ob der Nachfolger IV heißen wird.
Okay, lassen wir das. Die CD liegt jetzt im Player, und den Anfang macht „Devil On My Shoulder“ und bisher wird jeder Fan bedient mit rhytmischen Gitarrenmelodien und kraftvollem Drum-Geschepper. Man könnte meinen das der Titeltrack zu Zeiten von II geschrieben wurde, denn die sogenannte „Veränderung“ ist hier noch nicht zu hören.
„Rusted From The Rain“, die erste Singleauskopplung steht an zweiter Stelle und kommt mit kräftigen Gitarren und einprägsamen Refrain um die Ecke, und ist definitv Hitkompatibel, und wird sicher an den Erfolgen von Try Honesty & Co. anknüpfen können.
Dramatisch gehts weiter mit „Saint Veronika“, hier machts einfach die Mischung; denn die Power vermischt sich mit der Melancholie, da spart sich Benjamin, Sänger der Talents, auch nicht sein krächzendes Geschrei. Die nächsten Titel repräsentieren weitgehend den Sound der letzten Jahre, doch das ist keinesfalls negativ zu bewerten, es ist immer die Rede von der großen Veränderung, in den meisten Fällen der Branche bewahrheitet sich dies aber nicht, so auch bei Billy Talent, die sich einfach Treu bleiben. „Dead Can’t Testify“ ist eine Ausnahme,
das Tempo ist runtergeschraubt, und auch die Athmosphäre ist etwas düsterer. Für mich steht fest, dass dieser Track eines der außergewöhnlichsten Stücke dieses Albums ist. Die Kanadier
setzen die Platte fort mit dem typischen Sound, ohne wirklich große Highlights hervorzubringen.
Und was soll man dazu sagen, niemand wird Billy Talent böse sein: Zwar wird ein Teil des verbissenen „erste Stunde“ – Publikums wieder rumheulen, und sich über den vorangegangenen Sell-Out aufregen, aber im großen und ganzen ist die Platte ganz ordentlich geworden, ein Album des Jahres würde ich es nicht nennen, eher einen Appetizer auf andere
Genregeschwister.

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