Blacklisted – So You’re A Magician?

Musikrichtung Hardcore, Punk
Redaktion
Lesermeinung
6

Blacklisted haben ja lange auf ein Lebenszeichen von sich warten lassen, war man doch zu gegebener Zeit eine der produktivsten Bands weit und breit. Gerne wird die Band auf George Hirsch, seines Zeichens Exzentriker vor dem Herrn reduziert. Auf das überragende Album „Heavier Than Heaven, Lonier Than God“ folgend brach man (Hirsch) auf „No One Deserves To Be Here More Than Me“ mit allen Konventionen und lies den musikalischen Alleingang mit der „Eccentrichine“-EP weiter aufleben. Und dann wurde es ruhig, Gerüchte um Hiatus oder gar Auflösung inklusive. Jetzt sind Blacklisted also wieder zurück auf der Bildfläche und servieren uns auf „So You’re A Magician“ drei Songs, die thematisch wie musikalisch mal wieder so ungewöhnlich und anders sind, dass man sich die Frage stellen darf wo diese innovative Band, deren durchaus stumpfe Anfangszeiten glücklicherweise weit zurück liegen eigentlich die letzten zwei Jahre abgeblieben ist.

Man startet mit dem kurzen „Mentalist“, das erst in Bester HTHLTG-Manier auf einen losprügelt, um dann zum Ende der 1:56 Minuten das Tempo erheblich zurückzuschrauben. Da grüßen dann schon mal die dahingeschiedenen Cursed aus den Lautsprechern. Ja hallo! Insgesamt wird auf „So You’re A Magician“ das Tempo wieder merklich angezogen und sich wieder etwas mehr auf seine Wurzeln konzentriert, ohne dabei die Experimentierfreudigkeit zu kurz kommen zu lassen. So darf Hirsch sich auf „Houdini Blues“ dann doch wieder an seinem schrägen, aber nie unpassenden Gesang versuchen, genannter Song wartet zusätzlich mit treibenden gesprochenen Passagen auf. Das wirkt dann allerdings im Gesamtbild nicht mehr ganz so frisch wie noch auf „No One Deserves To Be Here More Than Me“ und hat für Blacklisted-Verhältnisse ungewöhnlich viel Leerlauf. Besser macht es da dann nochmal das Zwischenstück „Cooper Fields“. Den „Abra cadabra cadabra cadrabra“ Sing-Along hätte wohl niemand so sympathisch unterbringen können wie Hirsch, abgesehen davon hält der Song aber diese besondere Blacklisted-Fahne wieder gekonnt hoch.

„So You’re A Magician“ zeigt, dass auf Blacklisted in der Szene eigentlich nicht verzichtet werden sollte. Insgesamt gehört diese aus drei Songs bestehende EP zwar nicht zu dem besten, was die Band „jemals“ gemacht hat, unterstreicht aber ihre außergewöhnliche Stellung und macht mehr als Lust auf den nächsten Konventionsbrecher von Hirsch und Konsorten. Reinhören empfiehlt sich.

Autor Sascha Schüler
Wohnort Magdeburg
Beruf Student
Dabei seit Juni 2010
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews
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