Blistered – The Poison Of Self Confinement

Band Blistered
Label 6131 Records
Musikrichtung Hardcore, Metalcore
Redaktion
Lesermeinung
6

Denkt man an Florida, hat man ein Bild von Palmen, Sonnenschein und endlosen Sandstränden vor Augen. Kaum zu glauben, dass Hardcore-Größen wie Morning Again, Culture, Shai Hulud und As Friends Rust in diesem Staat gegründet wurden. Von Reunions mal abgesehen, wird die Fahrt nun fortgesetzt. Mit Blistered beginnt eine neue Ära, die sich schon seit ihrer letzten Veröffentlichung „Soul Erosion“ im Frühling 2014 als vielversprechend angekündigt hat. Umso gespannter war man auf den Nachfolger. Und schon bei den ersten Klängen von „The Poison Of Self Confinement“ ist zu erkennen, dass einem hier kein atypisches-Hardcore Album vorgelegt wird.

Verschnaufpausen sind Fehlanzeige. Blistered verstehen es, songübergreifend eine metallisch angehauchte Härte anzubieten, die sich gehörig gewaschen hat und dabei an großartige 90s Bands wie All Out War und Buried Alive oder den frühen 00er Moshcore à la Black My Heart erinnert. Herausstechend ist dabei vor allem, dass bei dem Song „Lash“ für einen kurzen Moment eine Akustikgitarre zum Einsatz gebracht wird. Das bekommt man in diesem Genre nicht jeden Tag zu hören.

Ansonsten wird einem das volle Paket geboten: Moshiger Hardcore der alten Schule, gepaart mit teilweise synchronisierten Gitarrenriffs – und das nicht zu knapp. Die leicht verrauchte, kratzige Stimme, die bisweilen gar an Jacob Banon (Converge) erinnert, rankt sich um den Bandsound mit einer Finesse, die man in der aktuellen Hardcore-Szene selten zu hören bekommt. Wer sich davon überzeugen möchte, sollte vor allem in Tracks wie „Into the Dying Light“ oder den Opener „Path of the Coward“ reinhören.

Rein musikalisch gesehen, krallen sich Blistered an ihren bisherigen Wurzeln fest. Somit präsentiert die Band einen eigenständigen Stil und kann damit beruhigt weitersegeln. Nach den 24 Minuten „The Poison Of Self Confinement“ steht fest: Blistered haben das Zeug, in der Zukunft weitere Meilensteine zu setzen. Und wem Code Orange schon immer zu verspielt waren, der hat hier auf jeden Fall die richtige Alternative für sich gefunden.

Kommentare

  1 kommentar

  1. Britischer Punk der 70er?

    Die Funktion mit der kurzen Zusammenfassung zu den Bands ist ja eine coole Idee – aber hier scheint die falsche abgerufen worden zu sein. 🙂

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