Blood Robots – 7″

Album 7"
Label Zeitstrafe
Musikrichtung Rock, Punk, Indie
Redaktion
Lesermeinung
7

„Ganz ohne geht einfach nicht!“, wird sich wohl Nagel von Muff Potter gedacht haben, nachdem sich seine Band vor über einem Jahr aufgelöst hat. Nagel, der sein Geld momentan wohl mehr mit dem Verkauf seiner Bücher verdient als mit Musik, hat nun mit ein paar Freunden, die auch schon ordentlich Erfahrung in der Musikwelt gesammelt haben, eine neue Band gegründet: Blood Robots.
Viel mit energischen, deutschsprachigen Punkrock hat das neue Projekt nicht zutun, aber Nagel spielt ja auch nur Bass und steht nicht am Mikrophon an der Front. Vier Songs hat die Band im Dezember aufgenommen und nun sind zwei davon auf einer 7“ über Zeitstrafe veröffentlicht worden. Der Opener „A Quitters Club“ präsentiert sich mit einer groovigen Bassline, rauen Gesang und klingt verdammt nach den 90ern. Blood Robots siedeln sich also stilistisch im Bereich des leicht punkigen Indie-Rocks an, der beispielsweise mit Dramamine aus Münster bereits letztes Jahr ein Revival in Deutschland erlebte. Auch der zweite Titel „Rewind Yourself“ geht, mal schnell, mal langsam, energisch ans Werk, verliert dadurch zwar den Groove seines Vorgängers, geht aber trotzdem gut in Ohr und Beine. Man hört in den sechs Minuten dieser 7“ eben raus, wo die fünf schon recht alten Herren ihre Wurzeln haben: Tief in den Neunzigern. Zwar gehört dieses Jahrzehnt schon etwas länger der Vergangenheit an, aber wer erinnert sich nicht gerne an diese Zeit, vor allem musikalisch. Wer sich also gerne auf musikalische Zeitreisen begibt und in Erinnerungen schwelgt, dabei aber nicht immer auf Bands aus Übersee zurückgreifen möchte, dem seien diese beiden Titel ans Herz gelegt. Ob Blood Robots an den großen Erfolg von Vorgängerbands wie Muff Potter, deren Einflüsse hier doch in mancher Sekunde zu hören sind, anknüpfen werden ist unwahrscheinlich, aber auch nicht gewollt. Die Band hat bereits eine weitere 7“ in den Startlöchern, welche über Flix Records erscheinen wird. Man darf also gespannt sein, da diese beiden Titel trotz musiklaschem Feingefühl und der nicht zu leugnenden Erfahrung doch recht kurzweilig wirken.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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