Boston Manor – Glue

Album Glue
Musikrichtung Alternative-Rock
Redaktion
Lesermeinung
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Nachdem ihr Debüt-Album „Be Nothing“ von seiner jugendlichen Energie, Pop-Punk und einem gepflegten Emo-Touch lebte, verpassten sich Boston Manor vor zwei Jahren mit ihrem Zweitling einen düstereren und erwachseneren Anstrich. Mit „Halo“ gelang der Band dabei auch ein kleiner Hit. Ansonsten wirkte „Welcome To The Neighbourhood“ aber bisweilen zu glattpoliert und es schien, als hätten Boston Manor es hier und da mit der Radio-Affinität ein wenig zu gut gemeint.

Auf „Glue“ klingen Boston Manor um einiges eigenwilliger und impulsiver als auf dem geradlinigen Vorgänger. Besonders deutlich wird das bei Songs wie „1’s & 0’s“, „You, Me & The Class War“ und „Only1“, die überraschend rau und ungeschliffen daherkommen. Gerade „1’s & 0’s“ fällt nicht nur durch seine kreative Namensgebung, sondern auch seinen dreckigen Rock-Sound auf, mit dem man die Band bislang eher nicht in Verbindung gebracht hatte.

Nicht laut und aufgekratzt, sondern ruhig und eindringlich präsentiert sich hingegen „On A High Ledge“, das als psychedelische und hypnotische, mitunter sphärische Nummer besticht. Auch das gitarrenbetontere „Plasticine Dreams“ zieht beinahe gespenstisch in seinen Bann. Ins Ohr geht „Glue“ eben doch ganz wunderbar, was bei Single-Auskopplungen wie „Everything Is Ordinary“ die wenigsten erstaunen dürfte.

Das Album kommt mit einer Soundkulisse daher, die um einiges dichter und detailversessener als seine Vorgänger klingt. Boston Manor scheuen nicht davor zurück, auch mal unbequem zu klingen und unsere Ohren kurzweilig zu irritieren. Das verwundert insofern nicht, als das Sänger Henry Cox schon im Vorfeld von einem „a lot more abrasive and weirder record“ sprach. Die Band hat sich diese Ankündigung definitiv zu Herzen genommen. So ist Boston Manors dritte Platte vielleicht genau das Album geworden, was „Welcome To The Neighbourhood“ nicht zu sein vermochte.

 

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
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Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

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