Break Even – The Bright Side

Break Even - The Bright Side

Break Even – The Bright Side

Ein besonderer Anhänger der australischen Hardcore-Szene war ich noch nie, da Bands wie 50 Lions oder Deez Nuts mich nicht sonderlich überzeugt haben. Einzige Ausnahme bildeten bis jetzt Miles Away und Carpathian. Damit soll nun aber Schluss sein, denn am australischem Himmel ist scheinbar ein neuer Stern aufgegangen: Break Even. Die vier Jungs aus Perth haben ihr Debut-Album „The Bright Side“ bereits im Sommer 2009 über Resist Records (50 Lions, Parkway Drive) in Australien veröffentlicht und dank dem italienischen Label Anchors Aweigh Records (Gold Kids, Dead Swans) hat es die Scheibe jüngst auch nach Europa geschafft.


Laut der Band stellt „The Bright Side“ die Geschichte zwischen Geburt und Tod dar, das Ganze verspricht also ein durchaus rundes Hörerlebnis zu werden. Der Opener „Sunrise“ ist auch nicht mehr als ein solcher Opener. Ein aufbauendes Spiel aus Gitarren und Schlagzeug, ganz ohne Gesang und ganz ohne Hardcore-Attitüde. Das Stück mündet direkt in „October 27th“ und nun könnte man das erste mal leicht ins Grübeln kommen und sich die Frage stellen „Ist das Hardcore?“ Nun ja, das was Break Even einem in den ersten Minuten auftischen hat gewiss wenig mit Hardcore zutun, man findet hier mehr Elemente aus Post-Rock und Emorock wieder als einem lieb sein mag. Auch die Produktion ist teilweise so glatt gebügelt, dass man „The Bright Side“ gleich in ein Regal mit Story of The Year oder Motion City Soundtrack stellen könnte, aber gewiss nicht zu Bands wie den Dead Swans oder Verse. Aber wir wollen hier ja mal nicht den Teufel an die Wand malen. „Run For Your Life“ lässt das erste Mal das Gefühl aufkommen, das man hier wirklich ein Album vor sich hat, welches in der Kategorie „Hardcore“ zuhause sein könnte. Mit, wenn auch relativ dünnen Geschrei, macht der Song seine Sache recht gut und so verspricht die Scheibe doch nicht ganz so enttäuschend zu werden wie zu anfangs noch vermutet. „Resentment“ setzt diese Linie fort und erinnert in manchen Momenten sogar an Bands wie Sinking Ships oder Verse. Das abschließende „November 18th“ stellt das Pendant zu „October 27th“ dar, macht seine Sache aber ungleich besser. Zum Schluss muss man sagen, das „The Bright Side“ mit zunehmender Länge auch an Kraft gewinnt, aber die anfänglichen Schwierigkeiten liegen einem doch schwer im Magen. So mag das Debüt von Break Even zwar ein durchaus solides Werk sein, welches aber aufgrund des zumeist dünnen Gesangs und der zu glatten Produktion nicht ganz mit den Alben der Kollegen von Miles Away oder Carpathian mithalten kann. Hier fehlen einfach die Ecken und Kanten, welche so typisch für guten Hardcore sind.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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