Breathe Atlantis – Futurestories

Musikrichtung Alternative
Redaktion
Lesermeinung
5

Es ist erstaunlich, wie ähnlich viele Künstler klingen, obwohl sie verschiedene Genres in den Mixer werfen. Oftmals beschränkt sich das Rezept nämlich auf harte Strophen und radiotaugliche Refrains, wodurch vieles einfach so gar nicht mehr innovativ klingen möchte.

Breathe Atlantis hingegen haben alle Zutaten in einen großen Topf geschmissen, ihn ordentlich erhitzt und mit einem großen Kochlöffel sorgfältig durchgerührt. Und so drückt man nicht ständig den Kippschalter zwischen harter Gitarrenmusik und leichtgängigem Ohrwurm, sondern lässt alles zu einer angenehmen Einheit zusammenwachsen. Fetzige Riffs treffen auf elektronische Elemente, nette Gimmicks und einen Sänger, den man von seiner Art her eher als ESC-Kandidaten einordnen würde. Beim ersten Hören mag man möglicherweise noch überrollt und mit einem skeptischen Blick zurückgelassen werden – gibt man „Futurestories“ aber eine Chance, machen die Essener absolut Laune.

„Purity“ schießt mit verträumten, beinah sphärischen Gitarrenmelodien los und bietet einen sanften Einstieg. Das folgende „Lost“ rutscht zwar in die etwas seichteren Gewässer ab, krallt sich dafür aber hartnäckig in den Gehörgang und setzt ein frühes Highlight. Noch ruhigere und emotionalere Töne schlägt „Incomplete Universe“ an, das sich aus der tiefen Ruhe aber immer wieder gekonnt in die Höhe schraubt. Theatralisch und mit einer Prise Kitsch gewürzt, kommt wiederum „Goddess of my Kingdom“ daher. Gefallen dürfte das nicht jedem, dass sich kurzzeitig aber tatsächlich afrikanische Trommeln (oder etwas ähnlich klingendes) im Hintergrund ausmachen lassen, muss man aber fast schon mögen. Denn ein ähnliches Feeling hat schon lange niemand mehr aufkommen lassen?

Gerade dieser Charme ist es, der „Futurestories“ ausmacht! Ein kleiner Wermutstropfen ist aber, dass sich Breathe Atlantis dann doch nicht allzu viel trauen. So finden sich auf dem Album auch einige Passagen, die zwar ganz nett, aber ganz & gar nicht außergewöhnlich sind. Da wäre etwa das härtere „The Youth“ mit einem etwas sehr gewollten Metalcore-Einschlag oder das ebenfalls eher unspektakuläre „Father and Son“.

Dennoch scheinen Breathe Atlantis hörbar ihre ganz eigene Rezeptur gefunden zu haben. Ein weiterer Löffel Extravaganz könnte dem Ganzen die finale Würze geben!

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
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Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

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