Bright Eyes – The People’s Key

Label Saddle Creek
Musikrichtung Indie
Redaktion
Lesermeinung
6

Bright Eyes sind zurück! Um sich endgültig zu verabschieden. Fast vier Jahre liegen zwischen “Cassadaga” und “The People’s Key”, Jahre die Conor Oberst selbstverständlich nicht tatenlos (das Wort dürfte ihm ohnehin fremd sein) verbracht hat, sondern für zwei (Solo)Alben genutzt hat. Nun ist jedoch die Zeit gekommen mit “The People’s Key” das Kapitel Bright Eyes abzuschließen. Und es scheint als wollten er und seine Mitstreiter in dieses finale Album wirklich alles reinstecken. Heraus gekommen ist jedenfalls ein äußerst facettenreiches Album, das vom schlichten Piano bis zu Synthesizern und Hall musikalisch Einiges zu bieten hat. Aber insbesondere bei den Lyrics erwartet den Hörer durchaus harte Kost.
In “Firewall” eröffnet ein Freund Obersts das Album nämlich mit einem zweiminütigen Monolog, in welchem er über Zeit, Universum, den Garten Eden, Liebe und Hitler philosophiert. Erst danach setzt die Musik ein. Doch dieser philosophische Exkurs ist keine Ausnahme, sondern vielmehr Programm!
Wer da jetzt den Overkill befürchtet kann allerdings beruhigt werden. Die drei verstehen es all das in einer Form darzubieten, bei der sich keiner an eine wirre Philosophievorlesung erinnert fühlt. So überzeugt “Ladder Song” ganz schlicht nur mit Klavier und der melancholischen Stimme Obersts ebenso wie das feine Stück Indierock namens “Jejune Stars”.
Dass sich Conor Oberst in der vierjährigen Bright Eyes-Pause etwas intensiver mit elektronischen Elementen beschäftigt hat, wird besonders im sphärischen “Approximate Sunlight” deutlich, aber auch in “A Machine Spiritual”.
Allzu viel von der altbekannten Mischung aus Indie/Country/Folk ist auf “The People’s Key” also nicht mehr übrig. Nichtsdestotrotz  (oder gerade deshalb) ist es ein äußerst interessantes Album geworden, das dem Hörer musikalisch wie textlich viel bietet. Eben ganz so wie man es von einem Ausnahmemusiker wie Conor Oberst erwarten kann. Nun bleibt abzuwarten, ob “The People’s Key” wirklich die Abschiedsvorstellung der Bright Eyes war. Für Conor Oberst und all die kreativen Köpfe um ihn herum gilt jedenfalls zweifellos:
“It’s been a long winter, we got a lot in common!” (Haile Selassie)
Autor Benjamin Fischer
Wohnort Frankfurt
Beruf Redakteur
Dabei seit Juni 2010
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews, Redigat
Top-Alben The Gaslight Anthem - The '59 Sound / The National - High Violet & Trouble Will Find Me / Bon Iver - Bon Iver
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