Bring Me The Horizon – That’s The Spirit

Label Sony Music
Musikrichtung Post-Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
5

Veränderung. Nicht als Selbstzweck, sondern als natürlicher Prozess. Veränderung ist der stetige Begleiter der umtriebigen britischen Wunderkinder – seit Beginn ihrer Karriere. Kaum eine andere Band aus dem Alternativ-Bereich hat in den letzten Jahren so hohe Wellen geschlagen, wie Bring Me The Horizon. Sei es durch die Veröffentlichung von visionären und richtungsweisenden Alben wie „There’s A Hell, Believe Me I’ve Seen It. There’s A Heaven, Let’s Keep It A Secret“ und „Sempiternal“ oder das anfänglich von Skandalen geprägte Image der Band.

Fortschritt und Veränderung treiben BMTH an – höher, schneller, weiter. Hungrig nach mehr. Mit einer ausverkauften Show in der Wembley Arena im Dezember 2014 erreichte man den vorläufigen Höhepunkt einer steilen Karriere. Und nach dem Hören von „That’s The Spirit“ lässt sich feststellen: Diese Band hat noch lange nicht genug. 

 
Mit Synthesizer-Experte Jordan Fish hat sich der Sound von BMTH stark gewandelt. Das wird auf dem neuen Album sofort deutlich. Während bei „Sempiternal“ die elektronischen Beats eher im Hintergrund und atmosphärisch wirkten, stehen die Synthesizer nun teilweise gar im Mittelpunkt. Bestes Beispiel ist das bereits vorab veröffentliche „Throne“. Doch wer sich einmal auf das neue Soundgewand einlässt, wird belohnt. „That’s The Spirit“ strotzt vor Kreativität und musikalischer Genialität. Davon zeugen etwa „Happy Song“, „True Friends“, „Avalanche“ und das bereits allseits bekannte „Drown“. Doch das Album hat auch andere Seiten. Das sehr poppige „Follow You“ repräsentiert den Wandel im Sound der Briten. Durchgehender Cleangesang, keinerlei Gitarrenriffs und eine zuckersüße Elektromelodie bestimmten den Sound des Tracks. Ähnlich geht es“Run“, doch kann das sich noch rechtzeitig in einen starken Refrain retten. „What You Need“ ist dagegen ein treibender, packender Song, der alte Qualitäten mit neuen Einflüssen vereint.

youtu.be/Ow_qI_F2ZJI

Die härtesten Riffs des Albums gibt es bei „Throne“ zu hören. Der letzte Track „Oh No“ driftet dann aber nochmal völlig Richtung Elektro-Dance-Nummer ab. Was sich die Jungs um Oli Sykes dabei gedacht haben, bleibt fraglich. Von ihrer Zeit als Deathcore-Act hat sich die Band schon lange verabschiedet, doch auch die Zeiten von härteren Riffs und Shouts scheint abgelaufen zu sein. Man nähert sich hymnenhaftem Alternative-Rock – ein Wandel der erstmal verarbeitet werden muss. Eine durchaus interessante Richtung, ein Ticken mehr Aggressivität hätte dem Album in Gänze jedoch sicher gut getan.

In den Kommentaren zum Youtube-Video eines neuen Songs war passenderweise zu lesen: Die Konkurrenz von Bring Me The Horizon heißt in Zukunft nicht mehr Parkway Drive oder Architects, sondern Linkin Park und Muse. Man darf definitiv gespannt sein.

Autor Jannik Holdt
Wohnort Mönchengladbach
Beruf Student
Dabei seit 2008
Deine Aufgabe bei Stageload Fotos, Präsentationen, Gewinnspiele
Top-Alben Have Heart - The Things We Carry / The Chariot - Long Live / Rise Against - Siren Song Of The Counter Culture / Another Breath - Mill City
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