Ceremony – In The Spirit World Now

Band Ceremony
Musikrichtung (Post-)Punk, Indie
Redaktion
Lesermeinung
6.75

Ceremony sind nach langem warten endlich zurück. Auf ihrem mittlerweile sechsten Album tauchen die Kalifornier kopfüber in die „Spirit World“. Der Geist von Ian Curtis schwebt dabei über allem. Am Ende liefert eine ehemalige Hardcoreband eines der besten Post-Punk-Alben des 21. Jahrhunderts.

Ceremony polarisieren seit jeher. Zunächst durch ihre energiegeladenen Live-Shows und ihren anfangs noch mit Powerviolence und später dann viel Punk versetzten Hardcore-Sound, der im Szene-Goldstück „Rohnert Park“ gipfelte. Dann 2012 der Bruch mit „Zoo“, der Aufbruch in neue Gefilde. Aus Ceremony ist eine Post-Punk-Band geworden, die sich in den frühen 80ern musikalisch wohler gefühlt haben dürfte, als dieser Tage. Waren eben diese „Zoo“ und der Nachfolger „The L-Shaped Man“ Alben, bei denen die Weiterentwicklung einer hochtalentierten Band im Vordergrund stand, ist „In The Spirit World Now“ nicht bloß pure Konsequenz, sondern vor allem auch Ceremonys bestes Stück seit dem Stilwechsel geworden. Ross Farrar und seine Mitstreiter fühlen sich sichtlich wohl, haben die Post-Punk-Schuhe endgültig eingelaufen.

Die Songs auf „In The Spirit World Now“ sind eine Mischung aus den besten Zutaten der beiden Vorgänger: Der Sound bleibt ähnlich tight wie auf „The L-Shaped Man“, die Instrumentalisierung orientiert sich jedoch wieder mehr an der minimalistischen „Zoo“. Herausgekommen ist ein Post-Punk-Album aller erster Güte. „In The Spirit World Now“ hat sich dabei vom düsteren Joy Division Sound des Vorgängers auch ein Stück weit emanzipiert. Ceremony nähern sich eher dem Nachfolger-Ensemble New Order an und schmeißen zusätzliche eine gehörige Portion britischen Punk der späten 70er und frühen 80er mit in die Verlosung.

So lässt sich festhalten: Ceremony haben sowohl im Post- als auch im Punk-Sektor den Sound nochmals verfeinert und liefern mit „In The Spirit World Now“ ein rundherum gelungenes Album ab, ihr wohl bestes seit „Rohnert Park“, ihr vielleicht bestes überhaupt. Treibend, tanzbar und mit nicht weniger Elan, als die Band seit nun knapp 14 Jahren an jedes ihrer neuen Projekte rangeht, ist „In The Spirit World Now“ eines der besten Post-Punk-Alben der jüngeren Geschichte geworden.

Autor Sascha Schüler
Wohnort Magdeburg
Beruf Student
Dabei seit Juni 2010
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews
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