Daylight – Jar

Album Jar
Band Daylight
Musikrichtung Alternative, Grunge
Redaktion
Lesermeinung
6

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Ach ja, Qualität! Run For Cover Records ist in diesen Tagen eines der wohl qualitativ besten Independent-Labels überhaupt. Basement, Tigers Jaw, Citizen, Whirr, Creative Adult.. Die Liste ist schier endlos. Und genau wie das Label, so stehen eben auch die Bands für Qualität. Daylight aus Pennsylvania sind so eine Band. Sie konnten sich von Release zu Release steigern und dabei startete alles 2009 mit der ersten EP „Sinking“ schon auf einem äußerst gutem Niveau. Vier Jahre und zwei weitere EPs später erscheint nun mit „Jar“ das Debütalbum der Band über eben Run For Cover Records.

Zu erst einmal die harten Fakten: Aufgenommen und produziert wurde „Jar“ von Will Yip. Kennt man nicht? Sollte man aber! Yip hat einen keineswegs geringen Teil dazu beigetragen, dass Blacklisted so klingen, wie sie es heute tun und dass Title Fight rund um den Globus mit „Floral Green“ Erfolge feiern. Auch „Jar“ hat er eine drückende und perfekte Produktion für den Sound von Daylight beschert, was man ab der ersten Sekunde des Openers „Sponge“ hört.

Nun zum Inhaltlichen: Grunge-Revival? Ja und nein. Kurt Cobain ist tot und bleibt es auch. Aber „Jar“ klingt verdammt danach, als wäre der Geist von Cobain in die Köpfe von Daylight hineingefahren (und wenn wir mal ehrlich sind, so sehen die Jungs auch aus). Das reicht von monotonem Gesang („Youngest Daughter“) bis hin zu eingängigen Songstrukturen. Dabei ist „In On It“ wohl der eingängigste Song auf „Jar“ und damit zu gleich die perfekte Wahl für einen Promotrack (das passende Video dazu gibt es hier zusehen: Klick mich). „In On It“ geht ins Ohr, ist treibend und verrät nicht zu viel von den Qualitäten des Debütalbums von Daylight.
Auch eine Ballade darf auf „Jar“ natürlich nicht fehlen. So sorgt „Hole In The Ground“ für eine gelungene Abwechslung zwischen eingängigen grungigen und mal treibenden Songs wie beispielsweise „Knew“.
Dabei geht es lyrisch sehr emo-like zu: „I don‘t want to feel anymore.“ heißt es da in „Crawl“ oder „I‘m scared, I‘m hopeless, I‘m shaking, I‘m weak.“ in „Last October“. Und irgendwie klingen Daylight dabei etwas wie die alten Make Do And Mend zu „Bodies Of Water“-Zeiten, was keineswegs ein schlechter Vergleich ist.

Rein von den technischen Aspekten und vom Songwriting her, haben Daylight ein nahezu perfektes Album geschaffen. Wo wir auch wieder bei der Qualität wären. Wer allerdings nicht auf Grunge mit einer rockigen Prise Emo steht, der wird an „Jar“ wenig Gefallen finden. So ist das Album am Ende vielleicht ein wenig eigenwillig geworden, aber das waren Nirvana ja auch.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

Hinterlasse einen Kommentar