Days N´Daze – Show Me The Blueprints

Musikrichtung Folk-Punk
Redaktion
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„It’s like ten seconds ago, everything was fine and dandy, but now everything is fucked and there ain’t no rhyme or reason for my seething, I just wanna be okay but I feel stuck. (Saboteurs)

Das vielfältige Repertoire von Fat Wreck Chords ist mal wieder um einen Neuzugang reicher geworden. Neben Skatepunk wie Lagwagon oder Strung Out, Pop-Punk wie Bad Cop/Bad Cop, Ska (Mad Caddies), Deutsch-Punk (Wizo), Hardcore (Sick Of It All) oder Singer/Songwriter (Tommy & June) gibt es nun auch eine „Thrashgrass“-Band. So zumindest nennen Days N´Daze ihre Mischung aus Folkpunk und Bluegrass.

Die schon 2008 gegründete Truppe aus Texas will mit ihrem Fat Wreck-Debüt nun auch international ein wenig ins Rampenlicht rücken – und das stünde ihnen auch zu. Was den Vierer so besonders macht, ist, dass sie punkig klingen, ohne ein Instrument zu verzerren oder ein Schlagzeug zu brauchen. Waschbrett, ein Bass aus einer alten Waschwanne, Gitarre, Ukulele, Akkordeon, Kazoo oder Trompete gehören zu den bevorzugten Instrumenten des Quartetts.

„Show Me The Blueprints“ ist so ein feines Stück Musik geworden. Alleine schon der Beginn mit „Flurry Rush“ geht angenehm flott nach vorne und macht zu jeder Sekunde Spaß. Nur braucht man wohl als Durchschnittsbürger nicht versuchen, etwas vom Text zu verstehen. Die Geschwindigkeit, mit der die Vocals vorgetragen werden, liegt irgendwo im Hyperbereich, sodass es empfehlenswert ist, das Booklet zur Hilfe zu nehmen. Behandelt werden zumeist große Themen wie Politik oder auch Drogenabhängigkeit.

 

Musikalische Abwechslung bieten nicht nur die vielen, unkonventionellen Instrumente, sondern auch die Art, wie die Songs aufgebaut sind. Neben den Hochgeschwindigkeitssongs wie „Flurry Rush“ oder „Goodbye Lulu Pt.2“ bietet „Show Me The Blueprints“ auch Country-Stücke, die perfekt zu jedem Rodeo passen würden. Teilweise wird es allerdings unangenehm laut. Was da etwa im Titeltrack gesanglich geboten wird, klingt jedenfalls eher nach einer Katze, der man den Schwanz eingeklemmt hat. Um die komplette Bandbreite abzudecken, gibt es mit „Fast Track“ natürlich auch noch ein Liebeslied auf die Ohren.

Klar, es sind ungewohnte Klänge, die Days N´Daze da auf einen loslassen. Aber es lohnt sich, dem Album eine Chance zu geben. Denn „Show Me The Blueprints“ macht einfach Laune und ist sowohl zum Wohnung aufräumen, als auch zum gemeinsamen Feiern am Lagerfeuer eine gute Begleitung. Kein Zweifel, Fat Wreck Chords hat hier mal wieder eine interessante Kombo unter Vertrag genommen, die uns bestimmt noch viel Freude machen wird.

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