Death Is Not Glamorous – Spring Forward

Musikrichtung Hardcore, Punk
Redaktion
Lesermeinung
7

DING is back! Pünktlich zur anstehenden Tour mit La Dispute und Touché Amoré stehen die Osloer mit ihrer neuen Scheibe in den Startlöchern. An wem die sechs Jungs aus Norwegens beschaulicher Hauptstadt bisher vorbeigezogen sind, der kann sich allerhöchstens mit der etwas dünnen Livepräsenz in Deutschland in den letzten Jahren entschuldigen lassen. Ansonsten haben die Vorgänger-Sammlung „Wide Eyes“ und die „Soft Klicks“ Death Is Not Glamorous aber mehr als etabliert. Kaum eine Band verbindet momentan auf solch charmante Art und Weise Spielfreude und Sozialkritik, Aufbruchsstimmung inklusive.
„Spring Forward“ heißt das neueste Erzeugnis und bleibt den Vorgängern treu. Da wird nicht rumgespielt, da gibt es keine überraschenden Neuerungen oder musikalische Ausflüchte, so sieht man denn mal von dem volkstümlichen Intro vor dem Song „The Sea Speaks“ ab. Aber mal ganz ehrlich, wer hätte das auch gewollt? Es ginge so viel verloren, würden sich Death Is Not Glamorous zu einer weiteren modernen Hardcore Band hin entwickeln, es würde einfach nicht zu ihrer Musik passen, würde man sich hier wie viele Kollegen auf irgendwelche progressiven Spielereien einlassen. DING sind ein Paradebeispiel für Geradeausmusik, für ganz viel Punk im Hardcore und bekommen das seit Kid Dynamite vielleicht auch am besten so hin. Man strotzt nur so vor Energie, reiht Melodie an Melodie, dazwischen gibt es die unverwechselbare Reibeisenstimme von Sänger Christian – Orange County lässt grüßen.
Und wenn einem beispielsweise „Not content with just surviving. Spitting in the face of anything that slows our pace. Flip every cross that crosses you. Burn every church that casts it’s shadow on you” auf „Invincible Summer” entgegen gesungen wird, dann hat man einfach nur Bock genau das auch zu tun. Dass die Band in und mit dem Song auch noch den Schriftsteller Albert Camus zitiert wird zur völligen Nebensache. Die positive Fuck-You-Attitude springt über wie ein Funken und entfacht das Feuer, da kommt ungewöhnlich gute Grundstimmung auf, egal ob bei Körper oder Geist: Kommt raus aus euren Löchern, geht auf die Straße, setzt euch in Bewegung! Das ist ganz großer Punk, das ist überzeugend, das ist mitreißend. Das ist alte Schule. Das ist für alle.
Schade nur dass die Platte nach zweinundzwanzig einhalb Minuten schon vorbei ist. Denn sollte sich das Wetter endlich stabilisieren, egal ob beim Skaten, alleine auf dem Balkon oder mit Freunden am Baggersee – „Spring Forward“ hat mehr als nur das Zeug zum absoluten Sommersoundtrack.

Autor Sascha Schüler
Wohnort Magdeburg
Beruf Student
Dabei seit Juni 2010
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews
Top-Alben American Football - American Football, Have A Nice Life - Deathconsciousness, Deafheaven - Sunbather, Duster - Stratosphere, Julien Baker - Turn Out The Lights
Die besten Konzerterlebnisse Iron Chic, Comadre, Julien Baker

Kommentare

  3 kommentare

  1. Marco

    Ich habe mich lange nicht mehr so auf eine Tour gefreut wie bei Death is not Glamorous. Und dann auch noch zusammen mit La Dispute und Touché Amoré – Münster ich komme!

  2. MRP

    gute band.

  3. Eddy

    Platte ist bestellt!

Hinterlasse einen Kommentar