Deez Nuts – You Got Me Fucked Up

Band Deez Nuts
Musikrichtung Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
8

Die Deez Nuts haben es längst zu einer gewissen Prominenz gebracht. Seit „Bout It“ waren ihre Alben international sehr erfolgreich, sodass sich die Australier mittlerweile in der vorderen Riege des Hardcore wiederfinden. Ihre doch sehr markante Art das Genre sowohl musikalisch, als auch von ihrer Lebensphilosophie zu interpretieren, sagt nicht jedem zu,  einen hohen Wiedererkennungswert haben sie aber zweifellos.

Nun steht der Nachfolger zu „Binge & Purgatory“ in den Plattenläden und trägt den wunderschönen Titel „You Got Me Fucked Up“. In zehn Episoden gehen Deez Nuts darauf ihren Weg weiter, wobei sie sich hörbar verändert haben. So ist „Singalong“ nicht nur der Titel des ersten Songs, sondern auch gleich ein Vorbote für viele solcher Passagen. Das Gros der Songs hat melodische, gesungene Refrains, während in den Strophen nach wie vor der Sprechgesang dominiert. Schon die drei Vorab-Songs „Singalong“, „Bitterest End“ und „Crooked Smile“ legten dem geneigten Hörer nahe Neues zu erwarten.

Wirklich interessant, wie es diese betrunkenen und bekifften Aussies geschafft haben, neben gefühlt ununterbrochenem Touren ihren Stil derart zu verändern und dazu auch noch durchaus gute Lieder zu schreiben.

„You Got Me Fucked Up“ startet in „Singalong“ mit einem kurzen Ausflug in schnelle Gefilde, um dann doch in der typischen Manier zu münden. Doch bringt dieser Song bereits die Erkenntnis, dass wir es mit „neuen“ Deez Nuts zu tun haben. Zum Refrain hin werden die Gangshouts eher gesungen als geschrien und der wirkliche Refrain ist sehr melodisch gehalten. Klingt gut, wirklich.

Weiter geht es mit dem Titeltrack, der die teilweise melodische Schiene in kleinen Dosen weiter führt, aber wesentlich schwerer daher kommt, als noch „Singalong“. Man merkt einfach, dass bei der Band viele verschiedene Einflüsse das Songwriting beeinflussen. Der Rap-Touch ist durch JJ Peters klar, dass aber auch schneller Core innerhalb der Band gehört und geschätzt wird, fällt dann zum Beispiel bei „Axe To Grind“ auf, das im Refrain mal ganz gewaltig auf die Tube drückt. Neben der ganzen Veränderung sind aber trotzdem noch genügend Parts vorhanden, die an den klassischen Deez Nuts-Sound erinnern und sich auch auf „Stay True“ wohlgefühlt hätten, wie etwa „Get A Grip“.

Die Australier haben es auf „You Got Me Fucked Up“ geschafft, aus dem Trott zu kommen, in den sich viele Bands oft aus Angst vor Veränderung manövrieren. Bestimmt wird es den ein oder anderen geben, der sich damit nicht anfreunden kann, aber objektiv betrachtet muss man zugeben, dass die Songs Spaß machen und gut im Kopf bleiben.

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
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