Despised Icon – Purgatory

Album Purgatory
Musikrichtung Deathcore
Redaktion
Lesermeinung
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Wenn zwischen dem Erscheinen zweier Alben ganze sieben Jahre liegen und die Band zugleich auch noch als Wegbereiter eines Subgenres gilt, kann die potenzielle Fallhöhe schonmal zu Schwindelerscheinungen auf der einen und maßloser Enttäuschung auf der anderen Seite führen. Despised Icon, Deathcore-Vertreter der ersten Stunde, haben mit „Beast“ 2016 aber auch ordentlich auf den Putz gehauen, sodass von solchen Phänomenen keine Rede sein kann. Die Kanadier zelebrierten auf ihrem sechsten Album nicht nur vernichtende Blastbeat-Attacken, sondern sorgten mit massig Groove und einer Portion Hardcore obendrein für akute Nackenbrecher-Gefahr.

„Purgatory“ kommt nicht nun nur mit ähnlich martialischem Titel einher, sondern auch mit vergleichbarem Zerstörungs-Anspruch. Den lösen die Kanadier auch zweifelsfrei ein – so viel sei schon mal gesagt. Gerade im direkten Vergleich zu „Beast“ mit wuchtigen Stücken wie „The Aftermath“ oder „Bad Vibes“ fällt aber auf, dass Despised Icon den Groove ein stückweit zurückgefahren haben.

Gitarrengetriebene Stücke wie „Apex Predator“ oder „Vies d’anges“, der mittlerweile obligatorische französischsprachige Song, sind nicht so präsent wie auf dem Vorgänger. „Purgatory“ orientiert sich daher nicht zuletzt wieder ein wenig stärker an den Deathcore-Wurzeln der Band.

Ansonsten setzen Despised Icon auf ihre gewohnten Stärken. Songs wie „Light Speed“ brechen jegliche Tempolimits, da Alex Pelletier an den Drums einmal mehr zur menschlichen Maschine transformiert. Schließlich hatten die Herren schon immer eine Vorliebe dafür, sich in Sachen Geschwindigkeit in extreme Gefilde vorzuwagen.

Steve Marois und Alex Arian brüllen und keifen sich in gewohnter Manier durch das Album. Einziger Kritikpunkt ist vielleicht, dass bei all den Blastbeat-Orgien die Gitarren stellenweise ein wenig ins Hintertreffen geraten. Mehr Gitarrensolos wie in „Apex Predator“ oder „Dead Weight“ hätten dem Album sicherlich keinen Abbruch getan. Das ist aber nun kein gänzlich neues Phänomen bei Despised Icon und letztlich Meckern auf sehr hohem Niveau. Denn „Purgatory“ ist genau das, was es sein soll – geradlinig und kompromisslos.

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews
Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

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