Foals – Everything Not Saved Will Be Lost Part 2

Band Foals
Label Warner
Musikrichtung Indie, Alternative, Math-Rock
Redaktion
Lesermeinung
7.5

„Long awaited, long deserved“, sagte Frontmann Yannis Philippakis freudig in die Kamera, denn seine Foals haben es geschafft: ihr erstes Nummer-Eins-Album in ihrer Heimat Großbritannien. Elf Jahre hat es gedauert, mit den Vorgänger-Alben waren sie immer wieder um die Pole-Position herumgetänzelt. „Everything Not Saved Will Be Lost Part 2“ brachte nun den Erfolg. Doch was kann der zweite Teil des Doppel-Albums, dessen erster Teil bereits im Frühjahr erschienen ist?

Zunächst einmal die gute Nachricht: Foals finden wieder zu ihrer alten Form zurück. Das Poppige, das sich auf der ersten Platte in Songs wie „In Degrees“ oder „Café d‘ Athens“ Bahn gebrochen hatte, haben sie wieder abgelegt. Stattdessen: Math-Rock vom Feinsten. Das zelebrieren sie beispielsweise mehr als zehn Minuten auf dem Song „Neptune“.

Trotz der epischen Breite wird dieser nicht langweilig oder monoton – die Musiker schaffen es mithilfe ausgefeilter Soli, Brecher-Gitarren und einer durchdachten Komposition den Hörer bei der Stange zu halten. Eines der stärksten Stücke des Albums, auch wenn Foals am Ende doch wieder ein klein wenig ins Synthiehafte abdriften. Es sei ihnen verziehen.

Wie auch schon auf dem Vorgänger wird der Untergang reichlich besungen. Schatten, die Sänger Philippakis verfolgen (auf dem gelungenen Opener „The Runner“), Flugzeuge, die vom Himmel fallen, („Wash off“) oder der Kollaps des gesamten Firmament („Like Lightning“) – Foals zelebrieren nicht nur ihren Math-Rock, sondern die Apokalypse gleich mit. Brachiale Melodien treffen auf aussagekräftige Texte. Ein starker Track: „Black Bull“. Philippakis brüllt darauf gegen die verzerrten Gitarren an, singt: „I done conquered where I came. And I’m a world away. ‚Cause I’m a man of today.“ Es sind deutliche Metaphern, die die Musiker auf der Platte verwenden, sie zaubern damit Geschichten, die den Hörer zum Nachdenken anregen. Und selbst eine Gestalt aus der griechischen Mythologie findet ihren Platz auf dem Album: Im Song „10,000 Feet“ wird nämlich die Geschichte von Ikarus erzählt.

Mit „Everything Not Saved Will Be Lost Part 2“ ist Foals einmal mehr abwechslungsreiches Album gelungen. Manchmal wünscht man sich schon fast ein, zwei leichtere Songs, um der Schwermut der übrigen Tracks zu begegnen. Im Grunde aber gelingt es Foals, den Hörer über 40 Minuten lang immer wieder zu überraschen. Und vor allem ihren so oft gelobten Sound wieder zurückzubringen.

Autor Denise Frommeyer
Wohnort Mainz
Beruf Online-Redakteurin
Dabei seit November 2014
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