For The Fallen Dreams – Backburner

Album Backburner
Label Rise Records
Musikrichtung Metalcore, Post-Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
5

Da ist es nun: Backbuner. Nach Changes und Relentness der nunmehr dritte Output von den erfolgsverwöhnten Jungs aus Michigan. Aber können For the Fallen Dreams die hohen Erwartungen der Fans erfüllen? Nach dem grandiosen Changes folgte das, , nicht zuletzt wegen des Frontmanwechsels, etwas veränderte Relentless. Die Band ließ die einstige Härte etwas vermissen. Relentless ist nach wie vor ein Spitzenalbum, aber im Vergleich zu Changes zieht es ganz klar den Kürzeren.
Aber was taugt Backburner nun? Ist es besser, schlechter, genau wie Relentless oder gar wie Changes? All das schoss mir durch den Kopf bevor ich die Platte das erste mal hörte.

“Say what you will“ heißt der erste Song und sehr schnell wird, klar wie For the Fallen Dreams 2011 klingen. Auch bei den neuen Songs ist eine deutliche Veränderung im Vergleich zu Relentless zu erkennen beziehungsweise zu hören. Brachialität und Kompromisslosigkeit wurden nochmals heruntergeschraubt, sogar Melodien haben nicht mehr den gleichen Stellenwert wie noch auf dem Vorgänger. Der einstige Flair dieser Band geht auf Backburner leider komplett unter. All das sollte man jetzt nicht falsch verstehen, typische For the Fallen Dreams-Momente gibt es dennoch, aber leider viel zu selten. Die nötige Abwechlsung versucht man jetzt mit häufigen Cleangesang zu kompensieren. Das glückt nur bedingt, denn dieses Muster zieht sich leider durch die kompletten 12 Songs.
Aber es gibt auch Positives: Manche Songs sind wirklich stark und gehen mit stimmungsvollen Refrains direkt ins Gehör, lassen aber auch die nötige Härte nicht vermissen. Bestes Beispiel dafür ist “The Big Empty“. Gleich darauf folgt dann aber wieder diese andere Seite, denn in vielen Momenten werden die Songs auf Backburner überstrapaziert. “Bottom Feeders“ macht dann eindrucksvoll klar, wie sehr sich die Band selbst unter Druck gestellt hat. Sie versuchen zu sehr es allen recht zu machen. Ein Song komplett mit klebrig-cleanem Gesang und dem Hang zur Pop-Affinität – zu Changes Zeiten undenkbar gwesen, seit Relentless aber eine Entwicklung, die viele Fans fürchteten und auf Backburner zur unangenehmen Realität wird. Man will einfach zu viele Gemüter befriedigen. Keine Risiken eingehen und die neu gewonnene Fanbase von Relentless nicht vergraulen.

Backburner funktionert vom Prinzip her eigentlich ganz gut. Bis auf “Bottom Feeders“ gibt es auch keinen weiteren Totalausfall. Aber man muss ganz klar sagen: Auf Dauer klingen die Songs sehr uninspiriert und man hat viel von dem einstigen Esprit verloren. Die Melodien sind nur noch beiläufig erwähnenswert, was eigentlich mal ein Hauptmerkmal dieser Band war. Cleangesang ist in jedem Song zu finden, so wird das Album wird schnell langweilig und ist von Minute Eins an vorhersehbar – gerade weil man diese Art von Musik schon tausendmal gehört hat. For the Fallen Dreams konnten eigentlich immer einen großen Bogen um diese in den letzten Jahre nahezu explodierende Szene machen, müssen sich aber im Jahr 2011 schon fast selbst dazuzählen. Album Nr. 3 ist zwar noch gut, aber mit Sicherheit kein Überflieger mehr wie Changes oder Relentless. Spätestens für Album Nr. 4 muss mehr kommen, ansonsten droht man in der Mittelmäßigkeit zu versinken! Vielleicht sind meine Erwartungen auch einfach nur zu hoch und die Vorfreude zu groß gewesen. Wie dem auch sei, ich höre mir jetzt erstmal Changes an!

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