Four Year Strong – s/t

Musikrichtung Pop-Punk
Redaktion
Lesermeinung
5

Bei Four Year Strong lässt sich die Redensart „das Auge isst mit“ leicht zu „das Auge hört mit“ umwandeln. Denn bislang waren sie immer dafür gut, nicht nur etwas für die Ohren zu bieten, sondern auch die Verpackung entsprechend zu gestalten. Da wären beispielsweise ein Zauberer, der auf einem Kraken reitet, bewaffnete Fantasie-Wesen, die auf einem Müllberg thronen oder akkurat angeordnete Gegenstände. So dürfte die Aufmachung des vierten Albums auch nur wenige erstaunte Blicke ernten. Die erinnert zwar nicht wie bei „Enemy Of The World“ dezent an Manowar, jedoch ist der 70er/Flower Power Stil nicht minder selbstironisch. Auf dem Cover tummeln sich knallbunte Comicgestalten, allesamt jemandes blühender Fantasie entsprungen, mit deren Beschreibung man ganze Bücher füllen könnte. Und der inzwischen fast schon obligatorische Roboterhai ist natürlich auch wieder mit an Bord.

Bei derartigem Artwork vergisst man beinahe, dass es eigentlich ja doch um Musik geht. Und wenn der Inhalt nichts taugt, macht bekanntlich auch ein noch so gutes Artwork den Kohl nicht mehr fett – ganz besonders nicht beim ersten Album seit 2011. Immerhin wollen die schon mit der letztjährigen EP „Go Down In History“ aufgeheizten Gemüter nicht sofort wieder auf Kühlschranktemperatur abgekühlt werden.

Zu Beginn bleibt es mit „I Hold Myself In Contempt“ auf jeden Fall mollig warm. Nach etwa einer halben Minute Intro grüßen die gewohnten Gitarren, kurz danach kommt das Schlagzeug dazu. Bis sich die Stimmen von Dan O’Connor und Alan Day vernehmen lassen, muss man sich allerdings noch eine Weile gedulden. Doch man wird fürs Warten belohnt – und wie! Gitarren, Drums und zwei Stimmen, die nicht besser harmonieren könnten. Und der erste Sing-Along-Moment wird auch gleich abgeliefert: „Back away / I’m anything but ok / What’s the point of living if you’re already dead? / Take the best / Of everything I’ve got left / I won’t waste my days hating myself to death”.

Nach diesem altbekannten Schema führen die Herren durch ihr Werk. Zielsicher arbeiten sie auf den von der gleichnamigen EP bekannten Schluss „Go Down In History“ hin. Und auch wenn die Hörerschaft dieses Lied schon problemlos mitsingen kann (so schwierig ist das ja auch nicht), so ist es doch absolut legitim, einen solchen Wunsch mehr als nur ein Mal in die Welt hinausschreien zu wollen. Vielleicht erfüllt er sich dann ja sogar. Außerdem können manche Gedanken auch ruhig öfter ausgesprochen werden, in diesem Falle schadet es jedenfalls nicht: „I know my days are numbered, so I’m making them count / I’ve left those minutes behind me without a second of doubt”.

Bei „Four Year Strong“ trifft kraftvolles Schlagzeug auf markige Gitarren und zusammen mit der Kombination aus cleanem Gesang und reinem Geschreie entsteht der für die Band aus Worcester, Massachusetts, typische Mix aus Pop-Punk und Hardcore-Elementen. Die Platte hat demnach definitiv ihre Momente und lässt sich zweifelsohne auch über einen längeren Zeitraum anhören. Auf den Punkt gebracht: Sie macht stets eine gute Figur – sowohl als Hintergrundgeräusch, als auch in der Rolle des Alleinunterhalters.

Hinterlasse einen Kommentar