Giver – Sculpture Of Violence

Album Sculpture of Violence
Band Giver
Musikrichtung Melodic-Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
8

Mit „Where The Cycle Breaks” sicherten sich Giver 2017 definitiv einen Spitzenplatz in der deutschen Hardcore-Szene. Der schnelle, technisch versierte melodische Hardcore der Gruppe wusste ganz eindeutig zu gefallen. Und vielleicht war es auch gerade der ehrliche, authentische Sound der Band, der Giver von den klinisch-sauber produzierten Platten anderer Newcomerbands abhob. Mit ihrem zweiten Album „Sculpture Of Violence“ soll sich das zum Glück nicht ändern. Die Band weiß um ihre Stärken und entwickelt ihren Sound intelligent fort.

Auch Givers zweiter Longplayer kommt mit einer rauen Grundstimmung daher, klingt oft unwirsch, weiß aber auch durch feine Melodien zu bestechen. In Momenten, in denen sich beklemmende Gitarrenteppiche im Hintergrund ausbreiten, strotzen Giver vor Schwermütigkeit. „New Gods“ etwa, ist so ein bedrückender Song, der nervös nach vorne prescht und von aufgeregt keifenden Gitarren begleitet wird. Beklommen und ernüchtert besingt er die Verzweiflung im Angesicht des modernen Lebens: „Standardized. Certified. Maximized. Save me from my boring life.

Es ist diese beklemmende Schwere, die „Sculpture Of Violence“ trotz dynamischer Instrumentierung auszeichnet und so genial macht. Wobei es Giver inhaltlich nicht bei einem finsteren Blick auf die Welt belassen wollen. Vielmehr geht es um die Emanzipation aus verstaubten gesellschaftlichen Traditionen und Konventionen, der Überwindung von geschlechtsbezogenen Stereotypen oder nationalistischer Ausgrenzung etwa.

Und trotz der düsteren Atmosphäre bleibt das Album eine quicklebendige Hardcore-Platte mit Tempowechseln, Gang-Shouts und Sing-alongs. Aussetzen lässt sich an Givers Zweitling daher auch tatsächlich nichts. Denn „Sculpture of Violence“ ist eine wahnsinnig klug geschriebene und intensive Melodic-Hardcore Platte, die beweist, dass man auch wunderbar ohne großes Effektfeuerwerk auskommt.

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
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Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

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