Glory – The 12″

Album The 12"
Band Glory
Musikrichtung Hardcore, Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
6

Praise, Fury, Angel Du$t, True Love, Bent Life: 2016 hat so einige Platten hervorgebracht, die das Hardcore-Herz, egal welcher Gesinnung, definitiv haben höher schlagen lassen. Was kann da noch kommen, jetzt, wo das Jahr in ein paar Wochen vorbei ist? Natürlich das Debüt von Glory aus Boston, das auf eine hervorragende in Eigenregie veröffentlichte Demo aus dem Februar folgt.

Straight Ahead, Stop And Think, Bold – alles Bands, an denen Glory sich auf ihrem Erstling hörbar orientieren. Kaum ein Song ohne Breakdown, kaum ein Song länger als eine Minute und das Ganze ohne stumpf und ausgelutscht zu wirken.
Die Lyrics sind dabei durchweg positiv gehalten, ganz nach dem im Pressetext zu findenen Motto „positive energy expressed through harsh reality“. Typisch Youth-Crew-Attitüde kommen Glory dementsprechend mit Zeilen wie „The youth will rise together in the hope we’ve found“ oder „Be something, be proud, be heard, be loud. This is your life, this is your time, this is your fight“ daher. Das passt durchweg zum treibenden Up Tempo-Hardcore der Bostoner, der einem wahrlich keine Zeit zum Verschnaufen lässt. Die To-Do Liste der Ostküsten-Hardcore-Schule wird also brav abgearbeitet und der vorgeschriebene Pfad während der gesamten Spielzeit nicht verlassen. Das kann man natürlich so oder so sehen, aber wie heisst es ja so schön: Never change a winning team. Was schon 2001 wunderbar funktioniert hat, zündet auch heute noch wie eine Bombe. Kurzum: Schörkelloser Youth Crew-Hardcore wie aus dem Lehrbuch.

Einziges Manko: Wer ist bitte auf die Idee gekommen, neun (9!) Minuten Musik auf eine 12″ zu pressen und auch noch für den Preis einer solchen zu verkaufen? Aber immerhin stimmt die Qualität der Musik – und das von Vorne bis Hinten. Auch, wenn auf eine Langrille locker das Dreifache an Spielzeit gepasst hätte. Nächstes Mal also gerne mehr! So oder so ist Triple B Records nach „Paramount“ von Fury der nächste große Coup in 2016 gelungen. Was für ein Jahr für Hardcore-Punk.