Glue – Ballon

Album Balloon
Band Glue
Label -
Musikrichtung Grunge, Punk, Alternative
Redaktion
Lesermeinung
5

Londons Musikszene strotzt nur so vor Kreativität. Das lässt sich mit Blick auf Led Zeppelin, The Rolling Stones, Pink Floyd, Florence + The Machine und unzähligen weiteren großen ihrer Zunft kaum leugnen. Die DIY-Band Glue steht dagegen noch ganz am Anfang. Noch kein Jahr machen die Briten Ralph Allen und Robin Hanley nun mit Henning Brand aus Deutschland zusammen unter diesem Namen die Musik, die sie gerne selber als „Post-Grunge“ bezeichnen – Musik irgendwo bei Nirvana, Weezer und Blur. Klingt interessant und ist es auch. Allerdings dermaßen verschroben, dass sie definitiv nichts für Jedermann ist.

Auf der Debüt-EP „Ballon“ liegt die bearbeitete Stimme gerne mal über Gitarrengeschrammel, und dieses wurde dann auch noch so laut aufgedreht, dass es kaum übersteuerter klingen könnte. Wenige Takte später stehen die Melodien dann plötzlich im Vordergrund und der Gedanke an eine schlechte Aufnahmequalität scheint vollkommen vergessen – bis der Refrain erneut seinen Auftritt hat. Wenn der Opener „Peace For Now“ eines definitiv nicht ist, dann leichte Kost.

Bei „Dino“ sieht es da schon ganz anders aus. Angenehmer grunge-infizierter Alternative-Rock, bei dem auch die Texte nicht zu verachten sind: „They told us we could fly as far and high as we might like on just the bones of wings, so brittle and thin. Look how much there is to buy if only it could all be mine as long as that’s the cure. We have no future.

Die Musik auf „Ballon“ reicht von Grunge, Punk-Rock und Pop, bis hin zu Allem, was sich in irgendwelcher Art auch immer als „alternativ“ bezeichnen lässt. Zumindest der Anfang von „Badlands“ könnte sogar aus einem gruseligen Videospiel stammen. Über Eintönigkeit wird sich hier kaum wer beklagen, über ein heilloses Sound-Chaos schon eher.

Auf dem fünf Song-starken Debüt finden neben der Liebe (natürlich) Themen wie Flucht, Widerstand und Entfremdung Platz. Ohne Kritik an Politik und Gesellschaft kommen auch Glue nicht aus – die Stoffpalette hier ist freilich ohnehin immer ergiebig. „With fiction and fantasy, be what you want to be. Do what you want to do for a messy day or two, everyone driven to oblivion by distractions and factions of them me and you.“ („Minutiae“)

Ralph Allen, Robin Hanley und Henning Brand sagen, sie machten „Post-Grunge“. Irgendwas in Richtung Nirvana, Weezer und Blur,. Darüber lässt sich natürlcih herzhaft streiten. Woraus die Musik von Glue aber auf jeden Fall besteht, sind interessante Texte und gewöhnungsbedürftige Instrumentierungen. Wie weit sie jemals damit kommen werden, steht wohl noch in den Sternen. Klein angefangen hat aber schließlich jeder mal. Auch noch so manche Legende.

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