GRMM – s/t

Album GRMM
Band GRMM
Label -
Musikrichtung Alternative, Emo, Punk
Redaktion
Lesermeinung
7

Der erste Eindruck ist entscheidend. Was sagt man? Was macht man? Wie stellt man sich dar? Nicht ohne Grund arbeitet und feilt eine Band an ihrem Debüt wochen-, wenn nicht gar monate- oder sogar jahrelang. Bei der neuen Emo-/Alternative-Truppe GRMM aus Braunschweig hat sich die Arbeit hörbar gelohnt.

Auf insgesamt vier Songs (fünf, wenn man das Intro mitzählt) vereint das Quartett starke poppige Melodien mit rauem Gesang und gerne auch mal Geschrei. “Pop-Rock meets Post-Hardcore” heißt die Devise und die Liste der Referenz-Bands könnte dabei nicht skurriler sein. Wenn sich nach dem kurzen Intro alle aufgebaute Spannung in “Apoikia” entlädt, könnten da auch KMPFSPRT vor dem Mikro stehen – zumindest Sänger Richard Meyer. Bei “Und wenn’s so wär`, dann was? Bricht deine Welt dann entzwei?” muss man dann wirklich schon ganz genau hinhören.

“Neubauten” macht dann allerdings stutzig. Ganz offensichtlich haben sich GRMM nämlich noch nicht auf “den einen” Sound geeinigt. Und so kann das Ganze auch mal nach Pop-Rock der Marke Sportfreunde Stiller oder Revolverheld klingen. Durch die Kombination mit Post-Hardcore-Elementen nur deutlich weniger grausam. Vor allem, da der Fastfünfminüter wie zwei Songs aufgebaut ist – ein kleines Interlude dient dabei als Bruch. Danach ist alles Poppige vergessen und GRMM zur reinrassigen Post-Hardcore-Band mutiert, die ohne Schwierigkeiten auch Marathonmann Konkurrenz machen könnte. Vielleicht sogar Heisskalt. “Niesosein” hat sich dagegen wieder dem poppigen Punkrock verschrieben und ist mit seinen schlichten, aber mitreißenden Melodien so auch das Highlight der EP.

Trotz furiosem Debüt stellt sich bei GRMM dennoch eine Frage: Funktioniert ihre Pop-Rock-Post-Hardcore-Fusion auch noch nach mehr als nur fünf Tracks oder wird das irgendwann zu anstrengend? Mit dieser werden sich die vier jungen Männer wohl hoffentlich bald auseinander setzen. Auf “GRMM” ausruhen sollten sie sich jedenfalls nicht – denn dafür ist das Werk schlicht zu gut und verlangt nach mehr!

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