Hal Johnson – Seasons

Album Seasons
Label Uncle M
Musikrichtung Punkrock
Redaktion
Lesermeinung
4.6666666666667

Der Name Hal Johnson klingt erstmal irgendwie nach einem Singer/Songwriter, der aus einer Punkrockband heraus sein Soloprojekt in Angriff nimmt. Tatsächlich verbirgt sich dahinter eine Alternative/Punkrock-Band aus Münster, dessen Szene für solche Gruppen ja nicht ganz unbekannt ist. 2015 gegründet ist der Vierer nun fällig und veröffentlicht sein Debütalbum „Seasons“.

Los geht es mit einem positiv klingenden Singalong, der sich nach circa 15 Sekunden in den ersten rockigen Song („Ghost“) hineinsteigert. Der Song taugt dank seiner Melodie und seiner Eingängigkeit auch bestimmt gut als Opener auf Konzerten – gleich mal die Stimmung heben sozusagen. „Professional Help“ dagegen ist von ganz anderem Schlag; sowohl vom Tempo her, als auch vom Arrangement. Kommen „Ghost“ oder „Party Nights“ noch mit viel Power daher, geht „Professional Help“ deutlich runter vom Gas und mündet in einem eingängigen Chorus. Gepfiffene Parts und viele Ah´s und Uh´s verschönern die ohnehin schon sehr feinen Melodien.

Mit einem Mix aus Alternative, Punk und etwas Indie läuft man bekanntlich schnell Gefahr, wie hunderte andere Bands zu klingen. Diesem Problem entgeht das Quartett geschickt, etwa mit der Trompetenbegleitung zu Beginn von „Control“, das aber noch viel mehr zu bieten hat. So beginnt der Titel sehr ruhig, nur um alsbald in die Vollen zu gehen. Der Aufbau erinnert bisweilen gar an „Die Schönheit Der Chance“ von Tomte.

 

Ein schleppendes „Dream Awake“ und ein wiederum flotteres „Let It Go“ später folgt der beste Song auf „Seasons“. „Home“ ist einfach ein richtig starkes Stück Musik. Ruhig startend, zwischendrin aufweckend und dann ein flotter Refrain. Relativ schlicht gehalten, aber dafür eingängig – das gefällt und auch der Titeltrack präsentiert sich mit schöner Melodie und zum Mitsingen geeignet. „Stay With Me“ beschließt den Tonträger dann relativ unspektakulär, aber solide.

Was Hal Johnson hier präsentieren ist keine Revolution, aber hat Hand und Fuß. Alternativepunk, Indiepunk oder einfach Punkrock – wie man den Stil letzten Endes bezeichnen will, ist egal. Wichtig ist nur, dass es hier eine junge Band geschafft hat, ein Album aufzunehmen, das sich definitiv hören lassen kann.

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