Heisterkamp – Schweren Herzens Popmusik

Label D.I.Y
Musikrichtung Acoustic, Folk
Redaktion
Lesermeinung
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Bittburg in der Eifel, Rockbuster Bandwettbewerb, im Jahr 2000 – Als es Jupiter Jones noch nicht gab. Nicholas Müller, damals noch bei Inner Logic, trifft zum ersten Mal auf Jan Kretzer, der ebenfalls  mit seiner Band Faded am Contest teilnahm. Beide Bands hatten wenig Erfolg im Wettbewerb. Im Jahre 2005 war man bereits in anderen Bands aktiv. Müller bei Jupiter Jones und Kretzer bei John Q. Public. In der lokalen Szene trat man des Öfteren zusammen auf und merkte, dass man sich musikalisch und menschlich gut ergänzt. Man beschloss „etwas akustisches“ zusammen zu machen. Heisterkamp war geboren. 5 Jahre später liefert man das Sammelsurium dieser Zeit ab. Ein musikalisches Tagebuch. „Schweren Herzens Popmusik“ heißt es und erscheint,wer hätte es gedacht, in D.I.Y. Form.

Reinhard Mey für Menschen mit Geschmack. So definieren sich Heisterkamp. Irgendwie treffend, aber nicht genug. Heisterkamp schaffen den Spagat zwischen Pop und Folk. Ergänzt durch Percussions, Klavier oder dezent elektronische Beats. Dazu wunderbare Geschichten, die nicht besser aus dem Leben gegriffen sein könnten : Zeilen wie  „Wenn wir wüssten wo wir hin wollen, dann wüssten wir auch, ob das stehen bleiben sich lohnt“ regen den Hörer zum Nachdenken an und ertränken ihn dabei nicht in Pathos. Heisterkamp schaffen es die Songs mit einer Authentizität zu versehen, die es dem Hörer ermöglichen, sich in den Geschichten selber wiederzufinden.

Gleichzeitig erschaffen sie eine besondere Stimmung. Etwa so als ob man mit Freunden an der Theke sitzt, übers Leben philosophiert, Selbstmitleid teilt und dann beim verlassen, die frische Luft eines neuen Tages schmeckt. Ob Liebeslied, und gleichzeitig Hommage an Zach Braff („Sam“), Bildnis des Mittelklasse-Losers („Wenn wir wüssten“) oder Erkenntnis, dass Traurigkeit auch Gute Seiten hat („Kein trauriges Lied“) Heisterkamp tragen ihr Herz in den Händen und versehen das mit Melodien und großer Portion Picking-Gitarren. Die beiden Herren zeigen ihr Talent, mit wenig ganz viel zu bewegen. Ist das nun schon Pop? Wohlmöglich. Muss man sich dafür schämen? Keines Falls! Denn selten war ein Akustikalbum schöner und melancholischer zugleich.

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