Higher Power – 27 Miles Underwater

Album 27 Miles Underwater
Musikrichtung Alternative, Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
2.5

Higher Powers Debütalbum könnte man zumindest im musikalischen Sinne wahrscheinlich als eine Art radikales Gegenprogramm zu Knocked Loose und Code Orange beschreiben. Wobei das ganz und gar nicht ketzerisch gemeint ist, aber so dermaßen lässig-groovig wie „Soul Structure“ daherkam, klingen Hardcore-Platten nun mal nicht allzu oft. Wobei man dem freilich noch ein „leider“ beifügen könnte, denn Higher Power bestätigen, was zuvor schon Turnstile bewiesen haben: Spaß macht diese Art Hardcore allemal.

„27 Miles Underwater“ scheut sich nicht, gleich mit einer Überraschung loszulegen, denn der Opener „Seamless“ baut auf leichte Dissonanzen und raue Shouts – was bisher eigentlich nicht zum Repertoire der Herren gehörte. Haben sich Higher Power etwa doch umorientiert? Nein, vielmehr setzt die Band ihre Soundidee noch konsequenter um. Sie geben noch weniger auf Genrekonventionen, versuchen sich fröhlich an Neuem und machen dabei eigentlich alles richtig.

 

Purer Hardcore ist auf „27 Miles Underwater“ nicht mehr zu finden, dafür aber etwa die psychedelische Rock-Nummer „Lost In Static“: „Your alien to me now / Hey Mr. Spaceman / Head in the clouds, yeah / Will you ever come back down?”. Oder aber “Rewire (101)”, ein astreiner Pop-Punk Song mit Hardcore-Einschlag. Mit „Low Season“ gibt es obendrein noch ein Portion Post-Grunge auf die Ohren. Und wer glaubt, dabei hätten Higher Power es belassen, wird von „In The Meantime“ eines Besseren belehrt – ein Acoustic-Song hat es nämlich auch auf die Platte geschafft.

Zwar lässt sich zu Songs wie „Shedding Skin“ oder „Self-Rendered: Lost“ noch immer ein kräftiger Pit eröffnen, von reiner Lehre kann gleichwohl nicht mehr gesprochen werden. Und „27 Miles Underwater“ macht es extrem schwer, sich daran zu stören. Denn schließlich gilt hier das Gleiche wie schon bei „Soul Structure“: Out of the box-Denken zahlt sich oftmals aus.

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews
Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

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