Hinds – The Prettiest Curse

Band Hinds
Label Lucky Number
Musikrichtung Alternative
Redaktion
Lesermeinung
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32 Minuten – so lange brauchen Hinds auf ihrem neuen Album „The Prettiest Curse“, um den Hörer mit ihrer Musik und ihren akzentreichen Stimmen zu verzaubern. Und doch sind die vier Musikerinnen aus Madrid deutlich braver geworden als auf den Vorgängern. Werden sie nun zu einer Pop-Girl-Band?

Davon sind die vier dann noch etwas entfernt, auch wenn „The Prettiest Curse“ stellenweise stark nach mainstreamigen Pop/Rock klingt. Ein Lehrstück ist „Waiting For You“: Die Band setzt offenbar nun auf Songs mit Hit-Potential, um eine breitere Masse ansprechen zu können. Vorbei scheinen die Zeiten, in denen die Band nach Katerstimmung und Garage-Rock mit viel Dissonanzen klang. Jetzt dominieren harmonische Klänge, süßliche Stimmen, „Da da da“-Chöre und eingängige Melodien. Pop-Melodien, die die zumeist negativen Themen in ihren Songs deutlich überzeichnen. Es geht um Heimweh, ungesunde Beziehungen und Einsamkeit. Ein wunderbares Beispiel für diesen Gegensatz bietet „Riding Solo“:

Und doch vergessen die Spanierinnen nicht, welche Art von Musik sie bekannt gemacht hat. Gerade in den ausgefeilten Gitarren-Riffs schimmert immer wieder auch die Garage-Rock-Vergangenheit durch, wenn sie auch etwas glatter klingt als noch vor vier Jahren. Und auch ihren schrägen Charakter verlieren die Musikerinnen nicht. Das zeigen Songs wie „Just like Kids (Miau)“, auf dem sie wirklich wie kleine, quengelige Kinder klingen, oder „Come back and love me <3“, eine fast schon stereotype spanische Ballade. Immer wieder überraschen sie auch mit einem Wechsel zwischen der spanischen und englischen Sprache, was die Tracks noch spannender macht.

Mit „The Prettiest Curse“ haben Hinds die nächste Stufe der Karriereleiter erklommen. Sowohl radiotaugliche als auch an die Vergangenheit angelehnte Tracks haben es auf die Platte geschafft, sodass auch eingefleischte Fans mit der neuen Attitüde etwas anfangen können. Die Spanierinnen haben sich mit ihrem dritten Album neu erfunden, aber ohne zu gekünstelt wirken zu wollen – eine gelungene Verwandlung!

Autor Denise Frommeyer
Wohnort Mainz
Beruf Online-Redakteurin
Dabei seit November 2014
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