Itchy – Ja Als Ob

Album Ja Als Ob
Band Itchy
Label Uncle M
Musikrichtung Pop Punk
Redaktion
Lesermeinung
8

Auf Deutsch singen ist gerade im Trend. Das haben schon die Donots oder Destination Anywhere erkannt, allerlei schmalzige Pop-Sänger sowieso. Jetzt versuchen sich auch Itchy daran. Mit „Ja Als Ob“ veröffentlicht das Trio aus Eislingen das deutschsprachige Album ihrer Karriere – und das nach 20 Jahren Bandgeschichte. Einen Gefallen tun sie sich damit nur bedingt.

An ihrer pop-punkigen Art haben Itchy festgehalten, doch auf ihrem neuen Werk geht es teilweise sehr experimentell zu, sodass man einige Songs öfter hören muss, um einen Zugang zu finden. Ähnlich wie bei „Boombox“ von den Beatsteaks dauert es etwas. Hat man diesen Punkt erreicht, findet man die ein oder andere Perle. So richtig warm ums Herz wird einem allerdings nie.

„Faust“, „Gegen Den Wind“ und der Titeltrack haben vorab schon die Richtung vorgegeben: So ist „Faust“ ein poppiger Rocksong, während „Ja Als Ob“ gleich danach mehr nach Alternative-Rock klingt. Und auch die dritte Single („Gegen Den Wind“) klingt anders als gewohnt – relativ ruhig, irgendwie Kettcar-like. Da hat es der geneigte Pop-Punk-Fan nicht leicht.

„Ich Wollte Noch“ wartet dann ein kleines bisschen punkiger auf, was eventuell auch am Gastauftritt von Sebastian Madsen liegt, aber so richtig in Schwung kommt die Platte auch hier noch nicht. Das dauert bis zu Track Nummer sieben mit dem Titel „Meine Fresse“. Der erste Titel, dem man richtig Power attestieren kann. Hier werden die Gitarren mal etwas härter angegriffen und ein wenig Punkrock gespielt. Auch bei „Nicht Weg“ werden etwas härtere Töne angeschlagen, die sich auch in verschiedenen Tempi interessant anhören.

 

Die sehr ruhige Nummer „Pflastersteine“ beschränkt sich dagegen vom Sound her aufs Mindeste, kommt zwar relativ flott daher, aber bricht zu keinem Zeitpunkt wirklich los. Geht ins Ohr und sollte für Jedermann angenehm zu hören sein – perfekte Radio-Musik trifft es am ehesten.

„Wo Seid Ihr Denn Alle?“ beschließt dann das Album. Der Song ist ein Tribut an alle Großen der Musikgeschichte, die schon verstorben sind. So wird Freddy Mercury, Johnny Cash oder die Ramones getrauert. Mit der Zeile „Wir haben hier echt nichts mehr zu lachen und Ozzy muss alles alleine machen“ implizieren Itchy, dass es fast keine großen Rockmusiker mehr gibt, die noch übrig sind.

Im Großen und Ganzen ist die Platte nett und in diesem Fall soll nett auch nicht der kleine Bruder von Scheiße sein, aber mehr ist es einfach nicht. Durchschnittliche Melodien, durchschnittliche Ideen und fehlende Power sind leider das Grundgerüst dieser LP. Das haben Itchy auf jeden Fall schon besser gemacht.

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