Kublai Khan – New Strength

Album New Strength
Musikrichtung Metalcore, Ambient
Redaktion
Lesermeinung
5

Dschinghis Khan. Ja, das war nicht nur ein erfolgreicher deutscher Schlager, sondern auch einer der gefürchtetsten Feldherren der Geschichte. Sein Sohn Kublai Khan ist da schon deutlich unbekannter. Ob sich die US-Band nach dem mongolischen Feldherrn benannt hat, weiß man nicht. Aber auf jeden Fall könnte ihre Musik damals hervorragend als Soundtrack für einen seiner Feldzüge gedient haben. Kompromisslos und verzierungsarm schlägt einem die vierköpfige Band von Anfang an ihren brachialen Sound um die Ohren.

Technik-Schnick-Schnack und epische Inszenierung sucht man bei diesem Metalcore der eher alten Schule vergebens. Message und Musik schlagen einem direkt ins Gesicht. An Aggression und Energie mangelt es definitiv nicht. Die ganze Platte strotzt nur so davon. Matt Honeycutt transportiert mit seinen blechernen und rauchigen Midshouts diese Energie und Wut perfekt. Doch so gut das auf den ersten Blick auch klingen mag, so monoton ist das Ganze auch schnell. Die 25 Minuten Aggressionstherapie plätschern paradoxerweise einfach so an einem vorbei. Kein Song oder gar eine Art Refrain oder Hook bleibt dem Hörer hängen. Man hat seinen Weg gefunden, um seine Emotionen, die einem auf dem Herzen liegen, auszudrücken. An sich nichts Schlechtes, doch wird der Weg so gut wie nie verlassen. Jeder Moment der zu etwas Besonderem werden und sich abheben könnte, wird sofort im Keim erstickt. Das ergibt ein Album, wie eine gleichförmige Masse – ohne kreative oder emotionale Ausbrüche.

Um bei der nächsten Schlacht schreiend auf den Gegner zu zustürmen oder bei dem nächsten Konzert wild um sich zu schlagen, eignet sich der Sound ziemlich gut. Doch fürs sinnliche Teetrinken mit Oma greift man lieber zu etwas Anderem. Kublai Khan machen einfach ihr Ding und lassen sich dabei nicht beirren. Entweder man mag diese Musik oder man lässt es bleiben. Ein Zeugnis großer Kreativität aber ist „New Strength“ definitiv nicht.

Autor Aaron-Corin Hane
Wohnort Lüneburg
Beruf Student
Dabei seit März 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews
Top-Alben Stick To Your Guns - alle Releases seit Hope Division, Black Sabbath - Paranoid, Dream Theater - Train Of Thought, The Beatles - Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band, Parkway Drive - Atlas, Idles - Brutalism
Die besten Konzerterlebnisse Tour Of The Year 2014; Taste Of Anarchy Tour 2015; Summer Breeze 2014; Destruction Derby 2015

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