Lagwagon – Railer

Album Railer
Band Lagwagon
Musikrichtung Skate-Punk, Punkrock
Redaktion
Lesermeinung
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Lagwagon haben es geschafft, dass sie wohl jeder dem Punkrock nicht völlig abgeneigte Hörer nach wenigen Sekunden erkennt. Die Stimme von Joey Cape ist einfach unverwechselbar, aber auch die Riffs und das gesamte Arrangement drumherum haben sich seit Jahren eingeprägt.

1990 in Goleta, einem Vorort von Santa Barbara in Kalifornien gegründet, sind es allerdings nur noch Cape und Gitarrist Chris Flippin, die vom ursprünglichen Ensemble übrig sind. Chris Rest, Joe Raposo und Dave Raun dazu genommen ergeben dann die heutige Band, die nun mit „Railer“ ihr zehntes Album veröffentlicht.

Cape hatte vorab schon verkündigt, dass er sich beim Songwriting „Back to the roots“ bewegt hat. Als Inspiration habe er Alben wie „Duh“ oder „Trashed“ zur Hand genommen. Tatsächlich fühlt man sich bei „Bubbles“ und „Surviving California“ bisweilen in die 90er Jahre zurückversetzt. Klar ist die Qualität der Aufnahmen nicht vergleichbar, aber das rifflastige Gitarrenspiel erinnert schon sehr an die Anfänge. „Railer“ beginnt auch gleich mit etwas metallischem Geplänkel, bevor sich Joey Capes Vocals zu schnellen Drums erheben. „Stealing Light“ macht ordentlich Druck.

Es folgt ein munterer Mix aus Midtempo und Highspeed. Lagwagon spielen sich durch alle Stilmittel, die ihnen seit jeher gut zu Gesicht stehen. Ein bisschen Akkustik-Punk zum Auftakt von „Parable“ mit kindlichem Mädchengesang klingt genauso passend, wie die teilweise nach Metal klingenden Gitarren. Auch der beinahe hymnenhafte Gesang wie er etwa in den Strophen von „Bubbles“ zu hören ist, macht sich im Gemenge gut. Dann noch ein kleines Klavier-Intro bei „Pray For Them“, ein Song mit dem überraschenden Titel „Auf Wiedersehen“ und eine klassische Skatepunk-Nummer namens „Faithfully“ mit schönen „Ooohs“ zum Mitsingen – das passt.

Lagwagon haben es einmal mehr geschafft. Nach dem sehr ansprechenden „Hang“ haben sie sich wieder mal gewandelt und sich diesmal auf alte Tugenden besonnen. „Railer“ ist nicht das Beste, was die Kalifornier jemals geschrieben haben, aber definitiv ein absolutes Muss für jeden Liebhaber des Genres. So darf es gerne noch lange weiter gehen.

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
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