Lionheart – Valley Of Death

Band Lionheart
Musikrichtung Hardcore, Beatdown Hardcore
Redaktion
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Anfang 2016 die Auflösung verkünden, die Abschiedstour dann kurzerhand von Ende Juli auf Dezember verlängern und knapp ein halbes Jahr später das Comeback ausrufen – muss man erst mal hinbekommen. Ja, Lionheart haben in der jüngsten Vergangenheit schon ein ziemlich seltsames Bild abgegeben. Kurz nach der Bekanntgabe der Reunion hat die Hardcore-Band aus Oakland obendrein gleich noch eine neue Platte („Welcome To The West Coast II“) veröffentlicht. Lustigerweise stand im damaligen Post zum Comeback: „We will never be a full time band again…“

Seitdem sind sie trotzdem fast durchgehend auf Tourplakaten zu lesen und bringen knapp zwei Jahre später schon das nächste Album an den Start. Es trägt den Titel „Valley Of Death“, beinhaltet zehn Tracks und das war im Großen und Ganzen schon das aufregendste an dieser Platte –  mit Ausnahme zweier interessanter Gastauftritte.

Der Titeltrack wurde als erste Auskopplung schon vor einigen Wochen raus gehauen und hat in den sozialen Medien sehr unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. So konnte man in den Kommentaren bei Facebook immer wieder von „Mittelmaß“ oder „Durchschnitt“ lesen. Auch das böse Wort „uninspiriert“ tauchte mehr als nur ein Mal auf, wobei eingefleischte Fans natürlich schnell zur Verteidigung bereit standen. Der Song selbst ist aber schon ein seltsames Machwerk. Als Intro sind diese 1:40 Minuten ja in Ordnung , aber da der Song anscheinend nur aus einem Akkord besteht und weder Breakdowns noch Fulltempo-Parts zu hören sind, kann man die Nörgler durchaus verstehen.

Die Stimme von Rob Watson ist bekanntlich sehr prägnant und verhilft der harten Musik zu einem sehr schweren, tiefen Sound. Auch die Texte sind von schweren Lebenslagen gezeichnet. Es wird unverblümt mit Themen wie zum Beispiel Depressionen umgegangen. Davon leben Lionheart, denn so heben sie sich von der Masse ab.

 

Auch der zweite Track hat vorab ein Video bekommen. „Burn“ geht sofort in die Vollen und hat damit gleich etwas mehr zu bieten als sein Vorgänger. Klang „Valley Of Death“ noch eher durchschnittlich, hat „Burn“ schon deutlich mehr Power in Petto und zudem kein 08/15–Songwriting verpasst bekommen. So richtig spannend wird es aber erst beim Duett mit Jesse Barnett (Stick To Your Guns) im Song „Rock Bottom“. Barnetts Gebrüll kommt einfach immer gut und wertet auch diese Platte, respektive diesen Song, enorm auf.

Gleich im Anschluss schrauben Lionheart auch mal etwas am Tempo. „When I Get Out“ geht recht flott los, endet dann aber nach etwas über zwei Minuten auch wieder mit langsamen und sehr tiefen Gitarren samt Beats. Auf „Before I Wake“ wartet dafür das nächste Feature. Hier haben sich die Herren Mr. Jet Black zur Unterstützung geholt, seines Zeichens Rapper, und dieser Herr klingt irgendwie nach einer Mischung aus LL Cool J und Ice-T. Die Kombination dürfte nicht jedem gefallen, jedem Fall bringt sie zumindest mal eine Prise Abwechslung rein.

In den mittlerweile schon fast üblichen knapp 25 Minuten Spielzeit hat „Valley Of Death“ insgesamt derweil nur Mittelmaß zu bieten. Leider klingen Lionheart nicht mehr wie auf „Undisputed“. Dem Album fehlt eine gewisse Frische und etwas mehr Abwechslung wäre auch nett gewesen. Auch wenn es Jammern auf recht hohem Niveau ist: Zufriedenstellend klingt anders.

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
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