Maps & Atlases – Perch Patchwork

Maps & Atlases – Perch Patchwork

Maps & Atlases – Perch Patchwork

Nachdem in letzter Zeit der Math-Rock aus England durch Bands wie This Town Needs Guns oder Foals größere Aufmerksamkeit bekommen hatte, meldet sich nun auch Good Old America zu Worte um ein Stückchen von diesem Kuchen abzubekommen. „Maps & Atlases“ waren allerdings eher unbekannt bevor nun letzten Monat ihr erstes Album „Perch Patchwork“ erschienen ist.


Wer Hits wie „Everyplace Is A House“ oder „BigBopper Anthem“ von ihrer EP „Tree, Swallows, Houses“ kennt, weiß, dass diese Band jedes ihrer Instrumente fantastisch beherrscht und besonders die Gitarristen eine wahnsinnige Leistung abliefern. Also weiß man ja was einen erwartet. Denkste! Wenn der Opener „Will“ aus den Boxen tönt fühlt man sich nicht zu Unrecht an etwa Animal Collective erinnert. Instrumente sind nur sehr spärlich zu hören, das Lied lebt von der sehr hohen Baritone-Stimme von Sänger Dave Davison. Auch beim zweiten Song ändert sich das nicht wirklich. Untermalt von wütenden Trommeln singt Dave mit seiner gewöhnungsbedürftigen, aber zweifelsohne wunderbaren Stimme im Vordergrund und stellt einen schönen Kontrast zu den Trommeln dar.
Erst bei „Living Decorations“ wirkt alles wieder etwas belebter und schwungvoller. Was sich auf ihrer letzten EP „You And Me And The Mountain“ schon zeigte, wird hier nur konsequent fortgeführt. Fast komplett weg vom chaotischen Math-Rock vergangener Tage, hin zum Folk mit vereinzelten Math-Einflüssen, aber immer mit der Intention im Pop zu verweilen und nicht zu schwer zu klingen.
Mit fortlaufender Spielzeit tauchen immer verschiedenere Einflüsse auf und man ist begeistert und auch überrascht, dass diese Mischung so einwandfrei funktioniert. Da hört man verspielte Gitarrenvirtuositäten im wohl besten Song der Platte „Carrying The Wet Wood“ oder aber auch mal die Querflöte oder das Piano im wunderbar aufgebauten „Solid Ground“, welches sich immer weiter steigert. Tolle Lieder! Auch „Pigeon“ erinnert anfangs an einen Song der alten Machart der Jungs und auf einmal wird man durch Trompeten, Rasseln, Trommeln und ein Xylophon in die Karibik geworfen.
Auch der Titeltrack „Perch Patchwork“ funktioniert mit seinen A capella-Stellen wunderbar und fügt sich ins Gesamtkonzept ein. Überhaupt fühlt es sich so an, als hätte man wirklich Kunst vor sich – die stark metaphorischen Lyrics und das gemalte Albumcover unterstreichen das.
Wirklich wahnsinnig toll wie das Zusammenspiel funktioniert und jeder der vier Musiker trägt seinen Teil dazu bei. Sie zeigen sehr viel Kreativität in ihren Songs was den Reiz dieser Platte ausmacht und weswegen man beim Zuhören einfach so unfassbar viel Spaß hat.
Es gibt kaum ein Instrument was hier nicht seinen Einsatz findet und alles passt perfekt zusammen und wirkt niemals aufgesetzt.
Wer also auf ruhigen Folk steht, der aber auch mal aus sich herauskommen kann, einfach kreativ ist und auch mal zum tanzbaren Math-Pop mutieren kann, wird „Perch Patchwork“. Und ja, auch die Stimme von Dave lernt man irgendwann lieben.
Der perfekte Soundtrack zu einem wundervollen, ruhigen und heißen Sommer und dazu wirklich eine kleine musikalische Meisterleistung.
In Deutschland übrigens leider erst ab Ende September zu kaufen.

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