More Than Life – Love Let Me Go

More Than Life - Love Let Me Go

More Than Life – Love Let Me Go

Keine großen Worte, kein Herumreden um den heißen Brei: More Than Life sind momentan eine der, wenn nicht sogar die populärste Hardcore-Band in Europa und das obwohl die Jungs aus dem Westen Englands erst jetzt ihr Debüt-Album veröffentlichen. Ihre 2008 über Anchors Aweigh Records erschienene EP „Brave Enough To Fail“ wurde mit offenen Armen empfangen und hat der Band einen mehr als steilen Aufstieg, sowie Touren mit This Is Hell oder jüngst Defeater beschert.


„Love Let Me Go“ heißt das erste Album von More Than Life und schlug schon im Voraus große Wogen: Innerhalb weniger Tage wurden die auf Mysapce zu findenden ersten Tracks das Albums über zehntausendmal gespielt, womit es die Band sogar auf Platz 1 der Myspace-Charts schaffte. Das hat zuvor noch keine andere Band dieser Art geschafft. Der Nachteil eines solchen Hypes ist natürlich, dass die Erwartungen an das Album enorm in die Höhe schnellen.
Der Opener auf „Love Let Me Go“ trägt den Titel „Scarlet Skyline“. Ist die erste Minute dieses Tracks rum, weiß man wo man steht: More Than Life haben schon auf „Brave Enough To Fail“ bewiesen, dass sie was Melodik und Melodien angeht einfach ein goldenes Händchen zu haben scheinen und genau das stellen sie auch hier unter Beweis. „Scarlet Skyline“ knüpft so nahtlos an Songs wie „Faceless Name“ oder „Fear“ an und weiß damit auf ganzer Linie zu überzeugen. „Curtains Closing“ startet im Anschluss an den hervorragenden Opener voll durch und bläst damit nahezu jeden Zweifel hinweg, dass der Hype um More Than Life nichts weiter als heiße Luft ist. Sänger James schreit einem dabei seine Emotionen ins Ohr, als gäbe es kein Morgen mehr und insbesondere die Zeile „And I wonder, have you ever screamed my name in the middle of the night“ hinterlassen pure Gänsehaut. Wenn einem die ersten Minuten auf „Love Let Me Go“ nicht schon mitreißen, dann braucht man erst gar nicht weiter hören. Mit „The First Night Of Autumn“ und „Take My Life Away“ behält die Band das Niveau der ersten beiden Songs bei. „The First Night Of Autumn“ glänzt durch treibende Drums, die den Song stetig weiter vorantreiben, ihm Schwung geben und die höchst emotionalen Vocals zusätzlich unterstreichen. In „Take My Life Away“ bekommen diese Vocals durch Unterstützung von Dead Swans Frontmann Nicholas zusätzlichen Rückhalt. Das anschließende „Blue Eyes, Black Eyed“ beginnt mit einem instrumentalen Teil und baut sich immer mehr auf, bis letztlich der Gesang einsetzt, welcher einen sofort am obligatorischen Schopf packt. „I‘ve Lost Track Of Everything“ ist wohl das lyrische Highlight, auch wenn alle anderen Songs ebenfalls durch tiefgängige Texte glänzen, so ist dieser besonders gefühlvoll und packend.
Der Titeltrack des Albums bildet zugleich auch das Schlusslicht und den wahrlich krönenden Abschluss, „Love Let Me Go“ wird durch Fisher von The Basement im Mittelteil unterstützt, der hier punkige, cleane Vocals beisteuert. Was im vorletzten Track „Obession“ mit einem Ausschnitt aus dem Film „Rendezvous mit Joe Black“ klar gemacht wird, zieht sich durch das ganze Album: „Love is passion, obsession, someone you can’t live without.“. Dies trifft auf jede Sekunde des Albums zu, denn More Than Life beweisen hier Hingabe zu Emotionen und der Musik, die sie machen.
Die Band hat es mit „Love Let Me Go“ geschafft ein von Anfang bis Ende stimmiges und höchstemotionales Album auf den Markt zu bringen, welches das Niveau, welches man in den ersten Minuten zu hören bekommt, konstant bis zum Schluss beibehält. Mehr kann man sich nicht wünschen, hier stimmt eigentlich alles.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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