Nathan Gray – Working Title

Musikrichtung Indierock, Singer-Songwriter
Redaktion
Lesermeinung
6

So wie es aussieht, ist die Welt von Nathan Gray gar nicht so grau. Der fleißige Frontmann von Boysetsfire ist mit seinem Soloprojekt durchaus produktiv und bringt nun nach seinem Live-Doppelalbum von Anfang 2019, dem 2018er „Feral Hymns“ und der 2019er Split-EP mit Jesse Barnett von Stick To Your Guns schon den nächsten Tonträger auf den Markt.

Mit diesem Album schlägt Gray allerdings komplett neue Richtung: Die Songs haben Power, sind positiv und zum ersten Mal hat er für sein Soloprojekt eine komplette Band um sich gesammelt. Indie-Rock, so könnte man die Musik bezeichnen, die Gray uns hier mit der Unterstützung von Chris Rakus (Boysetsfire) und Ben Christo (Sisters Of Mercy) serviert.

Den Titelsong samt Feature mit Chuck Ragan (Hot Water Music) hatte schon vorab sehr viel Lust auf das kommende Album gemacht. Die Nummer gab eindeutig die Richtung vor, in die Gray auf „Woking Title“ geht: Rockige Gitarren in mäßigem Tempo, dazu eine wohltuende Atmosphäre, die einem keinerlei deprimierende Gefühle vermittelt. „In My Defense“, „I´m A Lot“ und genanntes „Working Title“ machen den Auftakt und gehen alle drei einfach richtig schön rockig nach vorne. Erst zum vierten Song („What About You?“) geht es kurz etwas ruhiger zur Sache. Freilich ist es auch hier nur die erste knappe Minute, die ein wenig balladenhaft daherkommt.

„Refrain“ ist aber dann wirklich die erste richtig ruhige Nummer. Durchgehend nur auf dem Piano begleitet und mit sanfter Stimme gesungen, ist der Song aber eher die Ausnahme als die Regel. Denn das Gesamtbild auf „Working Title“ ist durchweg flott und sehr rockig. „Still Here“ kommt nochmals eher ruhiger daher, aber danach geht es sofort wieder weiter mit positiver Ausstrahlung, die von schönen Melodien untermalt wird und das Bein zum Mitwippen animiert. „The Markings“ etwa ist so ein Song.

Frank Turner hatte mal ein Album so schön betitelt – „Positive Songs For Negative People“. Genau auf dieser Welle surft Nathan Gray mit seinem neuen Werk. Der ein oder andere ruhigere Song („Mercy“, „Down“) fügt sich zwischen die Alternative-Nummern und den wirklich gelungenen Indie-Rock. Die unverkennbare Stimme von Nathan Gray tut den Rest und somit ist aus „Working Title“ eine sehr starke Langspielplatte geworden, mit Texten, die einen aufbauen und anfeuern. The Gaslight Anthem hätten es nicht besser machen können, so viel ist sicher.

„I´m just a working title that´s for sure, but I ain´t giving up till i´m much more. I´ll be the battle cry you need to hear, I´ll be the anthem you can´t wait to share.“

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews, Berichte
Top-Alben Pascow - Diene der Party, H2O - Nothing to prove, Muff Potter - Bordsteinkantengeschichten, NOFX - Punk in drublic, Wizo - Uuaarrgh!
Die besten Konzerterlebnisse PunkRockHoliday, Groezrock, Free & Easy

Hinterlasse einen Kommentar