Neànder – Neànder

Album Neànder
Band Neànder
Musikrichtung Doom, Metal, Post-Rock
Redaktion
Lesermeinung
8

Mit Neander taucht ein neuer vielversprechender Name in Deutschlands alternativer Musikszene auf. Vielsprechend ist das Berliner Gespann aufgrund seiner Besetzung: Denn alle Mitglieder sind fest in der deutschen Musikszene verankert. Einige wie Jan Korbach sind aktuell bei den Blakckgazern von And oder wie auch Michael „Michbeck“ Zolkiewicz bei Caspers Liveband aktiv. Die Offenheit für diverse Genres, die sich so schon erahnen lässt, zieht sich durch das selbstbetielte Debüt wie ein roter Faden.

Der Song „Khapra“ eröffnet das Album mit sphärischen Ambient-Sounds, zu der sich langsam eine einsame E-Gitarre gesellt. Allmählich betritt dann auch ein leises Schlagzeug die Szenerie bis sich der Song aufbäumt, die tief gestimmten Gitarren einsetzen und das Album so richtig beginnt. Diese Doom- und Post Metal-Gitarren sind dann auch die Essenz des Albums, welche den Hörer unabdinglich vor sich hertreiben. Hin und wieder wachsen die Gitarren an und pflügen in bester Stoner-Manier den Boden unter sich auf. Dabei werden Neander aber nicht so unfassbar düster und einnehmend wie andere Genre-Vertreter: Die düstere und einsame Stimmung wird immer wieder durch diverse Einschübe mal verstärkt oder bekommt einen sphärischen Gegenpol.

So wird jene Essenz eben um Post-Rock, Ambient oder modernen Black-Metal erweitert. Der eigentliche Pfad wird immer wieder für schöne Umwege verlassen, die, wenn sie drohen zu lang zu werden, wieder zum Hauptweg führen. So gelingt es, die diversen Genres stimmig miteinander zu verknüpfen. Bemerkenswert wiederum ist, dass das Album sehr direkt und klar abgemischt wurde. Am Werk war hier Jan Oberg, der auch schon um den Sound des aktuellen Albums von Downfall Of Gaia bermüht war. Ein preschender Blastbeat kann ebenso wie ausufernde, ruhige Post-Rock-Gitarre die Wirkung eine Songs ausmachen. Allerdings geht so auch ein wenig Raum verloren, in dem sich die Musik voll entfalten, aber auch der Hörer hineinfallen lassen kann.

Mit „Neander“ ist der Instrumental-Kombo ein richtig gutes Debüt gelungen. Dieses schafft es theoretisch ebenso Black Sabbath-Liebhaber, wie auch den gewissen Casper-Hörer oder Stoner-Metal-Fan abzuholen und zu bereichern. Dies zeugt von Können und Integrität, bietet aber auch die Möglichkeit sich genau zwischen die Stühle zu setzen.

Autor Aaron-Corin Hane
Wohnort Lüneburg
Beruf Student
Dabei seit März 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews
Top-Alben Stick To Your Guns - alle Releases seit Hope Division, Black Sabbath - Paranoid, Dream Theater - Train Of Thought, The Beatles - Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band, Parkway Drive - Atlas, Idles - Brutalism
Die besten Konzerterlebnisse Tour Of The Year 2014; Taste Of Anarchy Tour 2015; Summer Breeze 2014; Destruction Derby 2015

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