New Found Glory – Makes Me Sick

Musikrichtung Pop-Punk
Redaktion
Lesermeinung
4

Wenn bei neuen Platten der Titel zum Programm wird, kann das gleich eine Menge aussagen. Der Pop-Punk als solcher ist ja ohnehin so ein Genre, an dem sich schnell die Geister scheiden. Spätestens seit American Pie ist er freilich im Mainstream fest verankert und hat dank The All-American Rejects, Blink 182 oder Good Charlotte auch den Weg ins Radio gefunden. Wie man das Ganze möglichst billig und aufgesetzt produziert, stellen nun New Found Glory unter Beweis.

„Makes Me Sick“ ist einfach keinen Cent wert. Es klingt ebenso ideenlos wie langweilig und kann allenfalls Zehnjährige unterhalten, die nicht auf den Charts-Pop-Zug aufspringen wollen. Zehn Songs, aus einem immer gleichen Gemisch, aus dem andere Bands so viel bessere Stücke gemacht haben.

Das Elend beginnt mit „Your Jokes Aren´t Funny“ und „Party On Apocalypse“. Zwei durchschnittliche Pop-Punk-Songs, die völlig energielos daherkommen und mit seichten Texten zu sanft verzerrten Gitarren so wirklich gar keinen Eindruck hinterlassen. Weiter geht’s auf „Call Me Antisocial“ mit einer eingängigen und ebenso öden auf dem Keyboard-Melodie. Sowas haben Nerf Herder vor Jahren schon besser gemacht.

Mittendrin wartet dann das absolute Anti-Highlight in Form von „The Sound Of Two Voices“. Der Karibik-Sound ist wirklich der Tiefpunkt dieser ohnehin bescheidenen 35 Minuten. Mit „The Cheapest Thrill“ kommt einzige sachte Lichtblick erst ganz am Schluss. Eine etwas flottere Nummer, die mit etwas Alkohol durchaus zu einer spaßigen Party beitragen kann.

Nüchtern betrachtet ist „Makes Me Sick“ ein durchaus gut produziertes Pop-Punkalbum. Bloß hat es schlichtweg überhaupt keine Substanz. Die poppig aufgenommenen Gitarren werden auf den am schönsten klingenden drei bis fünf Akkorden zu unerschütterlich-kindischen Melodien bewegt, die natürlich bestens zu den lahmen Texten passen. Zeilen wie „I’m trapped in another boring summer, While everyone is living it up, but it’s way too hot to go outside, When I don’t relate to anyone“ sprechen in ihrer ganzen Biederkeit für sich.

Was man New Found Glory aber gerne zu Gute halten darf, ist, dass sie ihrer Richtung treu bleiben und ihre Fanbase keineswegs verschrecken. Im Vergleich zu Linkin Park ist ihnen das anscheinend wohl nicht egal. Besser macht es „Makes Me Sick“ freilich auch nicht.

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
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