Newmoon – Nothing Hurts Forever

Band Newmoon
Musikrichtung Shoegaze, Dreampop, Indie
Redaktion
Lesermeinung
7.5

Kaum eine Band wird im Zuge des Release eines neuen Albums erzählen, einfach das gleiche gemacht zu haben wie zuvor. Die Phrasen sind zumeist austauschbar: Man wollte neue Wege beschreiten, sich selbst und den eigenen Sound weiterentwickeln. Man ist stolz auf die wohl besten Songs, die man je geschrieben hat. Man kann es kaum erwarten, dass die Fans die neuen Schmuckstücke bald endlich zu hören bekommen. Auch wenn solche Aussagen oftmals zutreffen – ein gewisses Maß an gesunder Skepsis kann den Hörer schnell vor mittelschweren Enttäuschungen bewahren.

Auch Newmoon haben im Vorfeld des Releases von „Nothing Hurts Forever“ die Eigenwerbetrommel genüsslich gerührt. Doch bereits mit den ersten Tönen des zweiten Albums der belgischen Band wird erleichternd deutlich: Völlig zurecht. Denn Newmoon haben alles an möglicher Entwicklung aus ihrem Sound herausgepresst, ohne sich selbst zur Unkenntlichkeit hin zu verändern. Dies kann zwar durchaus auch funktionieren, birgt aber eben großes Frustrationspotential.

„Nothing Hurts Forever“ ist vor allem zugänglicher als sein Vorgänger. Wurde auf „Space“ noch das Reverb-Pedal bis an die Belastungsgrenze malträtiert, besinnen sich Newmoon nun auf einen direkteren musikalischen Ansatz. Der steht ihnen ausgezeichnet. An vielen Stellen mehr Dream Pop als Shoegaze, haben die Belgier eine Leichtigkeit entwickelt, die fast aufreizend einnehmend daherkommt. Gerade das nahezu schwerelose „Collide Into Me“ dümpelt da als Flagschiff der eigenen Evolution genüsslich durch die Shoegaze-Fahrwasser, wie auch das beinahe akustische „In & Out & Over“. Doch auch die etwas knalligeren Songs wie „Raptured“ oder „Give Me Pain“ wären auf „Space“ noch locker als Verschnaufpause durchgegangen.

Ob „Nothing Hurts Forever“ am Ende in seiner Gesamtheit besser ist als sein Vorgänger, dürfte zum einen im Auge des jeweiligen Betrachters liegen, zum anderen die Zeit zeigen. Sicher ist aber jetzt schon: Newmoon haben im Vorfeld des Albums nicht nur Phrasen gedroschen. Man hat sich musikalisch weiterentwickelt, neue Wege beschritten – und so am Ende ein weiteres sehr gutes Album produziert.

Autor Sascha Schüler
Wohnort Magdeburg
Beruf Student
Dabei seit Juni 2010
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews
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