Oathbreaker – Eros|Anteros

Album Eros|Anteros
Musikrichtung Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
7

„Eros|Anteros“, dieser Titel lässt schon vermuten, dass es auf dem vorliegenden Album der sympathischen Belgier um Gegensätze gehen soll. Kehrseiten, Dualismen, wie auch immer man es nennt, dieses langerwartete Album bietet genau das, was es verspricht.

Im Jahr 2011 schlug Oathbreakers Album „Mælstrom“ bereits kometenartig in den Köpfen der Hörer ein. Seitdem geht es steil bergauf für Caro und ihre Jungs, die zuletzt auch auf einer terminreichen Tour durch Europa ihre Live-Qualitäten bewiesen.

Was Oathbreaker jetzt mit „Eros|Anteros“ abliefern, das gleicht einem musikalischen Janus-Kopf. Gemäß des Albumtitels durchziehen starke Kontraste das Werk, mal schwingen sphärische Gitarrenmelodien leicht psychedelisch umher („The Abyss Looks Into Me“), im nächsten Moment poltert aus dem Nichts ein wütender Blastbeat hervor („No Rest For The Weary“) , hier keift die Sängerin in gewohnter Manier martialisch ins Mikrofon („Upheaval“), an anderer Stelle verwendet sie ein zartes, zerbrechliches Stimmchen, um eine tiefschwarze, angsteinflößende Atmosphäre zu erzeugen. So wie dieser Klargesang und die zahlreichen starken Melodien die Liebe („Eros“) verkörpern könnten, so stünde die ebenso heftige Aggression der Riffs und Blasts für Hass, den ultimativen Gegenpol „Anteros“. Auch textlich ist dieses Album sehr von persönlichen Erlebnissen in eben dieser Themenwelt geprägt.

Man erkennt an mancher Stelle recht deutlich die Einflüsse von Bands wie Converge auf das Riffing und die Rhytmussektion, dazu bedient man sich oftmals sehr stark aus dem Black-Metal-Stilfundus. Macht aber alles nichts, denn Oathbreaker haben schon mit dem Vorgängeralbum ihren ganz eigenen Sound mit Wiedererkennungsfaktor entwickelt, der sie deutlich von anderen Mitstreitern unterscheidet.

Die Produktion der LP ist insgesamt crisper und sauberer als auf „Mælstrom“, was nicht jedem zusagen dürfte. Denn die harsche Crust-Bösartigkeit jenes Albums wird nicht ganz erreicht. Vielleicht ist das aber auch gar nicht schlimm, denn in jedem Fall ist der „neue“ Sound der Band ein Fortschritt, sei es nun der sattere Bass oder die höhere Dichte der Klangkompositionen und -texturen. Zudem sind die Songs sinnvoll strukturiert, die Abwechslung von schnellen und langsamen Passagen gelingt, sodass die zehn Songs des 47-Minüters zu keinem Zeitpunkt langweilen. Die Mühe, die sich Oathbreaker mit „Eros|Anteros“ gaben, ist nicht zu überhören, weswegen man auf jeden Fall guten Gewissens eine Kaufempfehlung geben kann.

Schon jetzt kann man Oathbreaker getrost den Weg zu einer der größten Bands dieses Genre vorhersagen, falls sie das nicht sowieso schon sind. Die Tatsache, dass es sich hier um eine sehr junge Band handelt, die ihr kreatives Potential sicher noch lange nicht ausgeschöpft hat, gibt genügend Anlass zur Vorfreude auf kommende Werke. In diesem Sinne: Goed gedaan, ga zo door!

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