Pascow – Jade

Album Jade
Band Pascow
Musikrichtung Punkrock
Redaktion
Lesermeinung
7.6666666666667

„Himmel auf für das Geballer, hört einfach nie mehr auf. Denn so lange sie spielen wird dieses Rattenloch zum besten Platz der Stadt. (Jade)“

Immer wieder werden Bands von Promo-Agenturen und Musikfachzeitschriften gewaltig gehypt. Mal mit großem Erfolg, mal mit kleinem oder gar keinem. Mal zu Recht, mal zu Unrecht. Eine dieser Bands sind aktuell Pascow aus Gimbweiler im Landkreis Birkenfeld / Rheinland-Pfalz. 1998 gegründet, spielt das Quartett deutschsprachigen Punkrock auf qualitativ sehr hohem Niveau – sowohl textlich, als auch musikalisch.

Nach nunmehr fünf Longplayern steht mit „Jade“ das nächste Meisterwerk in den Regalen und in zwölf Einheiten können wir uns wieder von der enormen Energie der Band überzeugen. Wobei man eine gewisse Entwicklung in eine neue Richtung nicht überhören kann.

War das Debüt „Richard Nixon Diskopistole“ noch eher rauer und schrofferer Deutschpunk, so änderte sich das über die Jahre bis zu „Diene Der Party“ zu Punkrock mit größtenteils sehr kryptischen Texten. Die Vorabsongs „Wunderkind“ und „Silberblick & Scherenhände“  lieferten schon einen guten Eindruck, wie sich Pascow in den letzten fünf Jahren entwickelt haben.

Das Album selbst startet nun einem Klavierprolog, auf den besagte erste Single „Silberblick & Scherenhände“ folgt und gleich richtig los rockt. Mit der Stimme der sogenannten Frau Wolf beim Refrain und der treibenden Power, die Pascow seit je her auszeichnen. Gleich darauf ertönt das extrem eingängige Riff des Titelsongs „Jade“ und powert gnadenlos weiter. Es ist einfach schön, dass es ein typisches Pascow-Album einfach nicht gibt. Die Band hat sich einmal mehr weiterentwickelt und hält die Sache enorm spannend.

„Marie“ beginnt da mit Offbeat und ist eine Ska/Steady-Nummer, „Wunderkind“ besticht durch Pianoeinsatz und seine ruhige, balladenhafte Art. Bei „Kriegerin“ ist der Refrain wieder teilweise in englischer Sprache gehalten, was ein beliebtes Stilmittel der Band ist und bedient sich ebenfalls weiblicher Mithilfe beim Gesang. Diesmal ist es, wie auch bei „Unter Geiern“, „Wunderkind“ und „Heute Jäger, Morgen Taucher“, Nadine Nevermore. Mit „Die Backenzähne des Teufels“ wird mal ein ein kurzes Instrumentalintermezzo eingestreut und zwischendrin, neben den ganzen, sehr abwechslungsreichen Elementen, haben wir Punkrock.

„Jade“ wurde mit großer Spannung erwartet und hält alles, was man sich erhofft hat. Pascow haben sich wieder verändert, die Texte sind eingängier, die Musik nicht durchgehend nur Punk und die Songs vor allem im Gitarrenspiel durchaus auf anspruchsvoller Ebene. Zudem hat Alex Pascows kraftvolle Stimme nichts an aggressiver Power eingebüßt und was Swen, Flo und Ollo an den Instrumenten treiben, ist über jeden Zweifel erhaben. Und auch die Produktion der Platte sitzt wie angegossen: Sie ist qualitativ natürlich exzellent aufgenommen und abgemischt, aber der dreckige Sound, der guten Punkrock zu sehr guten Punkrock macht, ist bei aller Hochwertigkeit nicht verloren gegangen.

„Jade“ ist ein Muss für jeden Pascow-Fan und eigentlich für alle, die auf Punkrock stehen. Es war wirklich schwer, nach dem nahezu perfekten „Diene Der Party“ einen drauf zu setzen. Aber man kann festhalten: Das Niveau ist nicht gesunken.

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