Polaris – The Death Of Me

Album The Death of Me
Band Polaris
Musikrichtung Metalcore
Redaktion
Lesermeinung
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Polaris sind zur Zeit schwer angesagt in der Core-Szene. Kein Wunder, das technisch versierte und progressiv angehauchte Debüt-Album „The Mortal Coil“ könnte sicherlich als eine Art Vorzeigealbum herhalten, was den modernen Metalcore angeht. Nicht zuletzt bestätigen die Herren aus Down Under, wofür bis heute keine schlüssige Erklärung geliefert werden konnte: Australien als Standortfaktor scheint immer noch zu den einflussreichsten Variablen für den musikalischen Erfolg von Metal-Bands zu gehören. Parkway Drive, Thy Art Is Murder, The Amity Affliction – die Liste für den ja vergleichsweise kleinen Kontinent könnte man lange fortführen.

Schon vor drei Jahren war durchaus absehbar, dass Polaris sich in Zukunft problemlos in diese Liste einordnen könnten. Mit „The Death of Me“ müssen Polaris nun aber erstmal eine Antwort auf den Hype finden und das ist bekanntlich kein Selbstläufer. An dieser Stelle ließe sich etwa auf Wage War verweisen, ebenfalls Marke „Shooting-Stars“, die sich im letzten Jahr mit „Pressure“ zwar kein Bein brachen, aber im Vergleich zur ihrem bärenstarken Zweitling „Deadweight“ musikalisch schon ein wenig abfielen.

Nur zu gut, dass Polaris wie schon bei ihrem Debütalbum auf wunderbare Gitarrenarbeit setzen, die der dynamischen Soundkulisse viel Tiefe verleiht. Bestes Beispiel ist das extrem vielschichtige und phantastisch geschriebene „Above My Head“. Es geht aber auch ekstatisch und aufgeregt: „Hypermania“ kanalisiert den mentalen Wahnsinn in einen nervösen, labilen Song: „A song about the fear of losing your mind – a paranoia about being paranoid”, wie die Band Altpress erzählte. Stimmungstechnisch in eine noch andere Richtung bewegt sich das bedrückt-nachdenkliche „Creatures of Habit“.

Umso besser, dass „The Death of Me” mit der ein oder anderen Überraschung aufwartet. Recht unerwartet kommt etwa das Gitarrensolo in „Vagabond“, das man leicht abgewandelt auch auf eine Guns n‘ Roses-Platte hätte pressen können. Oder die urplötzliche Blastbeat-Attacke in „Landmine“. Nicht zuletzt wäre da ja auch noch „Martyrs (Waves)“, das eindeutig mehr ist als der typische Feuerzeug-Quoten Song für andächtige Konzertmomente.

„The Death of Me“ ist wuchtig und explosiv, mit einer Prise Catchiness an den richtigen Stellen. Gepaart mit der technischen Raffinesse der Band, macht das eines ziemlich klar: Ja, Polaris passen ganz eindeutig in die eingangs erwähnte Liste.

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews
Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

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